19. Juni 2019 / Keine Kommentare

Unverhofftes Wiedersehen

Wir hatten einen ruhigen Tag vor dem Ort hier in Raroia. Am Morgen wurde uns, wie gestern schon vereinbart, von einer einheimischen Familie ein Kokosnussbrot vorbeigenracht, in ein Handtuch gewickelt, damit es schön warm bleibt. Hat wirklich köstlich geschmeckt.

Dann stand heute mal wieder Alltag an: Wäsche waschen und Schule. Maria hat zu Mittag eine leckere Tomaten-Thunfisch-Soße zu Spaghetti gekocht und am Abend dann Rettich mit Reis. Rettich kocht man hier, wir mögen ihn definitiv lieber auf die bayrische Art.

Der Rundgang durch den Ort dauert nicht lange. Im Supermarkt erwarben wir ein paar Spaghetti und teures Bier. Gut, dass nur Hansi Bier trinkt an Bord, es wäre der Ruin bei etwa 3 Euro pro Dose. Der Supermarkt ist ab morgen für eine Woche geschlossen da der Eigentümer nach Papeete muss, zum Arzt. Und es gibt nur einen Flug nach Papeete pro Woche. Da sollten wir uns zuhause mal überlegen, wie gut wir es haben statt zu jammern, dass wir lange auf einen Arzttermin oder im Wartezimmer warten müssen 😉

Wir hatten schon überlegt noch am Nachmittag auf die andere Seite des Atolls zu fahren, wo Thor Heyerdahl gestrandet war, es dann doch auf morgen verlegt. War gut so, denn bald darauf, kurz bevor es dunkel wurde, erschienen zwei Segelboote vor dem Hafen: Olena und Serenity. Wir funkten sie an und dirigierten Olena vor uns an die Pier und Serenity kam bei uns längsseits. Nun liegen wir schon wieder zu dritt zusammen, diesmal sind es „nur“ acht Kinder in Summe.

18. Juni 2019 / Keine Kommentare

Ankunft in Raroia

Nach nur einem Tag kamen wir heute Mittag bereits in Raroia an. Die Einfahrt in das Atoll war im Vergleich zu Hao einfach, es schaut immer beängstigend aus, wenn man das kabbelnde Wasser schon vor der Einfahrt sieht.
Die Betonnung hier stimmt und auch die Karten und so fuhren wir bis vor zum Ort. Dort ankerten wir erst einmal zwischen einem Korallenriff und der Pier vor dem Ort. Nur vorne hinter der Einfahrt sahen wir ein Segelschiff liegen, leider nicht die Olena, sonst weit und breit nichts zu sehen.
Nach dem Mittagessen fuhren Hansi, Tobias und Maria mit dem Dingi rüber und erkundeten die Lage. Bei der Bürgermeisterin höchstpersönlich fragten sie an an der Pier liegen zu dürfen und wir bekamen auch die Erlaubnis. So verlegten wir uns noch dorthin, die Pier in Luv bei gut Wind war das kein einfaches Manöver. Nun haben wir aber schon wieder direkten Zugang zum Land, was die Kinder gleich freudig ausnutzten.

Beim Erkundungsgang mit Maria erwarben sie ein leckeres Kokosbrot und bestellten Eines für morgen früh. Bananen fragten sie auch an, aber 30€ war uns eine Staude nicht wert. In Gambier und Pitcairn haben wir sie noch geschenkt bekommen. So ändert sich alles. Hier wachsen auch nur Kokospalmen und der lokale Gärtner hat all sein Gemüse schon anderen Jachten vor einiger Zeit gegeben. Jetzt muss er warten bis alles wieder gewachsen ist.

17. Juni 2019 / Keine Kommentare

Getrennte Wege

Nach fünf Tagen in Hao brachen wir heute Mittag nach Raroia auf, Sago und Makore II nach Amano, gleich neben Hao. So haben sich unsere Wege wieder getrennt. Makore II erwartet auf den Marquesas Pauls Vater Anfang Juli, Sago hoffen wir spätestens in Tahiti nochmal zu treffen.
Zum großen Abschied gab es sogar ein Gruppenfoto unseres einzigartigen Verbundes. Gelehrt haben wir die anderen Schiffe sicher nicht, dass es absolut kein Problem ist längsseits nebeneinander zu liegen, vor allem sicher nicht die ach so erfahrenen Fahrtensegler, die hier liegen. Sie leben zwar teils schon Jahre auf dem Schiff, von segeln haben sie dennoch teils wenig Ahnung. Manche sind schon vom Califonien bis hierhergekommen, in 3 Jahren. Die werden wir alle drei nicht vermissen, haben wir gemeinsam festgestellt.

Nach unserem Gruppenfoto kam noch eine alte Frau, die gleich neben dem Hafen wohnt mit einer Plastiktüte daher und verteilte an alle Frauen und Mädels Perlen, ausgemusterte Perlen, die die unterschiedlichsten „Fehler“ aufweisen. Tobias hat das Gesicht verzogen, als die Frau ihn umarmte und auf die Backen küsste.
Dann ging sie zurück zu ihrem Haus und brachte einen großen alten Reissack gefüllt mit Kokosnüssen. Und als alle verteilt waren musste Hansi mit den Kindern mitgehen und noch weitere Nüsse holen. Von einer anderen Frau hatten die Kinder schon früher schöne Muscheln geschenkt bekommen.

Am Vormittag haben wir noch einmal eingekauft, zumindest es versucht. Dosen waren in den Geschäften aufgefüllt worden, es gab dort dann auch teils Gemüse vom Versorgungsschiffs von gestern zu kaufen. Einen Kopf Weißkraut und Gurken konnten wir ergattern, Wurst und Käse gab es nichts Neues. Beim Auslaufen sahen wir allerdings ein weiteres großes Schiff einlaufen, wahrscheinlich kam mit dem dann weiteres Frischzeug. Wir werden auch so nicht verhungern.

Maria kam dann an Bord, die mit uns wahrscheinlich bis Tahiti fährt. Hoffen wir mal, dass sie es so lange hier aushält. Hansi hatte sie gefragt, ob sie seekrank wird, sie meinte eher nicht – bisher. Sie ist ab den Kanaren gesegelt auf den verschiedensten Schiffen. Transatlantik auf einem damals neuen Lagoon-Kat, der nach Martinique für Charter überführt wurde, ab Panama auf der Amel Maxime mit einem ein paar Monate älterem Kind, als Lena. Und von Gambier nach Hao wieder mit einem Kat. Sie möchte schnell nach Tahiti, wo sie schon zum Weitersegeln verabredet ist. Allerdings war sie gestern beeindruckt, dass wir bei 6-7 Beaufort rausgingen, bei einer leider sehr unangenehmen kurzen 2,5m hohen Windsee. Sie wurde auch prompt seekrank und hat nur noch geschlafen und auch beim Abendessen kaum was runterbekommen. Trotz dann einer Portion Vomex. Sie sei noch nie bei so rauen Bedingungen gesegelt und war erstaunt, dass hier selbst dann noch gekocht wird… Allerdings Hansis Verdienst, da es den Rest der Crew nach dem Liegen in dem extrem ruhigen Hafen auch nicht sonderlich gut ging.

Morgen gegen Mittag werden wir in Raroia sein. Vielleicht ist sogar die Olena dort, sie hatten mal gemailt, dass sie dort hin wollen, nur den Zeitplan wissen wir nicht.

16. Juni 2019 / Keine Kommentare

Versorgung auf Hao

Obst und Gemüse ist nicht nur auf unserem Schiff ein Thema, irgendwie bestimmt es auch auf unseren beiden Nachbarschiffe die Entscheidungen und jede neue Nachricht bezüglich des Versorgungsschiffs wird hungrig aufgesogen. Wir haben Einiges an Dosen gekauft und essen inzwischen gern auch mal eine Dose roter Beete (gibt es hier wie Sand am Meer) und Salate aus verschiedenen Bohnen o. ä. Unsere letzten Bananen sind auch reif und mussten dringend gegessen werden. Da wir vorerst keine Neuen bekommen können, wie es aussieht, versuchten wir sie uns einzuteilen.

So war die Freude heute Morgen groß, als ein größeres Schiff vor dem Stadthafen lag. Gleich nach dem Frühstück, heute ohne Baguettes, wie Hansi bei seinem morgendlichen Ausflug feststellen musste: es ist ja Sonntag, radelten wir in die Stadt. Aber es wurden nur Gitterboxen und Container abgeladen, die lokalen Leute sprachen alle kein Englisch. Zehn Uhr meinten wir rauszuhören. Die Mehrheit der Einheimischen war in der Kirche oder auf demWeg dorthin. Und tatsächlich gab es ab 10 Uhr von den Bootsleuten Obst und Gemüse zu kaufen. Teuer natürlich, aber immerhin. Wir freuen uns über die Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Zwiebeln, Gelberüben.

Für das gemeinsame Abendessen reparierte Hansi, wie eigentlich schon lange geplant, unseren Grill wieder, so dass er an Land stehend genutzt werden konnte und wir niemanden mit dem Rauch belästigen konnten. Es wurde richtig schön voll auf der Alkyone: Lena zum Glück schon schlafend, denn es drängten sich weitere 8 Kinder und wir 6 Erwachsenen um die beiden Esstische auf der Alkyone. Wirklich sehr schön, dass wir hier so zusammengefunden haben und noch dazu so nah beinander liegen.

Leider heute kein Bild – Hansi hat vergessen Eines vom Versorgungsschiff zu machen und Silkes haben wir leider noch nicht.