Artikel von April 2019

8. April 2019 / Keine Kommentare

Die Schildkrötenretter

               

Heute machten wir endlich den Ausflug über die Insel zum Kratersee Laguna El Junco und weiter zur Galapaguera und über das Baumhaus zurück.
Zum Glück hatte unser Taxifahrer schon ein Treffen morgens um 8 Uhr vorgeschlagen als beste Zeit. Als wir um 8:01 Uhr noch nicht am vereinbarten Treffpunkt waren, sondern erst das Taxiboot bestiegen, rief er schon am Handy an, ob wir denn kommen. Soviel zum Thema südamerikanische Unpünktlichkeit. Wir hatten bereits am Samstag den Ausflug mit dem nächstbesten Taxifahrer abgesprochen, $60 für den halben Tag. Die Dame des Agenten hätte für den Ausflug $160 gewollt, auch nur mit einem Taxi für alle. Aber bei dem Preisunterschied wahrscheinlich mit lokalem Guide, den viele dabei hatten.
Am Parkplatz bei der Laguna El Junco waren wir froh so früh unterwegs zu sein: wir waren das dritte Taxi bei unserer Ankunft, bei unserer Abfahrt waren es 12 Taxis. Ja, Taxis. Auf der Insel hat man das Gefühl, dass es nur zwei Arten von Autos gibt: Taxis und Polizei-Pickups. Laut dem Taxifahrer ist es auch sehr schwer ein Auto für private Zwecke anzuschaffen, so dass die Einheimischen auch für den Ausflug zum Strand, zum Einkaufen, etc. ein Taxi nutzen. Davon gibt es dafür reichlich.
Der älteste Vulkan der Insel bevorratet angeblich den größten Tinkwasservorrat der Insel. Besonders spannend war es den Fregattvögeln zuzuschauen, wie sie im Flug wahrscheinlich die dort vorkommenden Süßwassergarnelen herauspicken. Schwimmen und vor allem im Wasser starten können sie laut dem Tauchführer nicht. Von dort aus konnte man auch die drei Windräder des Windparkes sehen, die 2007 den Dieselverbrauch um 50% senken konnte, inzwischen würden 100% aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden (laut dem Centro de Interpretacion.

In der Galapaguera de Colorado, der Schildkrötenaufzuchtstation entdeckten wir gleich in der Nähe des Eingangs eine winzig kleine Schildkröte. Daher passten wir bei unserem weiteren Weg auf, dass wir nicht versehentlich eine Kleine zertreten. Als wir dann oben bei der Aufzuchtanlage ankamen und die kleinen Schildkröten, die zwischen 24 Tagen und 2 Jahre alt waren, bewunderten, erwähnten wir nebenbei, dass wir solch eine von den ganz Kleinen schon unten am Eingang gesehen hätten. Der Tierpfleger schaute uns höchst erstaunt an und fragte, ob wir uns sicher seien, wie groß sie denn gewesen sei und ob das wirklich hier auf dem Gelände gewesen sei. Als wir ihm das erklärten ließ er sämtliche Arbeiten liegen, schnappte sich einen Eimer und rannte mit den Kindern los. Kurz darauf kamen sie völlig außer Atem und verschwitzt zurück. Das sei überhaupt erst das dritte Mal, dass jemand Fremdes eine Baby-Schildkröte gefunden hätte. Sie wurde dann gleich noch untersucht, gewogen, markiert, bevor sie dann später zu ihren Artgenossen dar.
Gelernt haben wir auch noch Einiges: eine Schildkröte würde im Laufe ihres Lebens nur 14-18 Eier legen, die Eier dürfen nicht gedreht werden, sonst stirbt die Schildkröte ab, die Temperatur ist entscheidend für das Geschlecht, nach 7-8 Jahren werden die Schildkröten separiert und dann im Norden der Insel ausgewildert, etc.
Für uns alle ein spannendes Erlebnis.

Zum Abschluss besuchten wir noch das Baumhaus. In einem etwa 300 Jahre alten Baum wurde vor etwa 30 Jahren, ursprünglich für die eigenen Kinder, ein Baumhaus gebaut. Jetzt ist es eine hervorragende Einnahmequelle ($2 pro Person). Tobias wollte unbedingt noch zum Nachbarbaumhaus am Drahtseil hinüberfahren. Gut gesichert ging es los.

Den ganzen Nachmittag verbrachten die drei Mädels dann auf der Olena und Hansi die meiste Zeit davon im Motorraum um die Reparatur unseres treuen Generators vorzubereiten.
Die Chasing Waterfalls kam heute in den Hafen, von der Jajapami haben wir eine Nachricht erhalten, dass sie morgen oder übermorgen nach Santa Cruz kommen. Sie haben einen Propeller verloren und laufen daher nicht nach San Cristobal. Aber wir werden sie sicher in Santa Cruz treffen.

Morgen Nachmittag segeln wir weiter nach Isla Isabela, die Olena folgt uns dorthin, sehr zur Freude der Kinder.