Artikel von Juni 2019

30. Juni 2019 / Keine Kommentare

Seetag Fakarava-Tahiti

               

Der Wetterbericht stimmt genau: Wind 6, in Böen mal 7, Seegang bis 3,5 Meter. Gestern Abend hing die Crew noch voll in den Seilen, Vomex macht doch müde und wir erwarteten wieder seekrank zu werden, daher hatten wir es zum Teil genommen. Heute Morgen waren dann alle einigermaßen fit. Einzig Maria schmeckt es nicht mehr, der Rest freute sich am Nachmittag über einen Biskuitkuchen mit Dosenobst.
Und alle sind wir gespannt, ob Tahiti wirklich das verheißene Land ist und es dort dann tatsächlich wieder Alles, was das Herz begehrt, im Supermarkt zu kaufen gibt. Es werden schon träumerische Einkaufslisten erstellt mit Bananen, Mangos, Ananas, grünem Salat, Gemüse wie Aubergine oder Zucchini. Und wenn es das doch nicht gibt? Dann werden wir genauso weiterimprovisieren, wie die letzten Wochen. Wir verhungern nicht, uns geht’s richtig gut.
Unsere Vorräte an Mehl, Reis, Nudeln und fast allem Übrigen gehen zu Neige, aber das haben wir bisher überall nachkaufen können.

In Tahiti erwartet uns ein volles Programm. Einige Reparaturen stehen an (Generator, Spi, Antenne und viele, viele Dinge mehr). Und natürlich eben unsere Vorratsschränke wieder aufzufüllen.
Morgen im Morgengrauen werden wir ankommen. Am Abend gab es noch Ratatouille im Bordkino.

29. Juni 2019 / Keine Kommentare

Weiter nach Tahiti

               

Das Wetter ist kein Bilderbuchwetter. Auch sind die ganzen Aufnahmen für irgendwelche Bücher und Prospekte schwer zu dieser Jahreszeit zu machen: es regnet viel und ist auch meist bewölkt. Der Vorteil ist, dass es von den Temperaturen her extrem angenehm ist, auch das Schiff heizt sich kaum auf. Und die Wäsche bekommen wir bei dem stets guten Wind trotzdem oft in Rekordzeit trocken.

So haben wir heute nochmal Wäsche gewaschen und gemütlich gekocht und uns auf die Überfahrt nach Tahiti vorbereitet. Der Pizzateig wartete schon im Kühlschrank und frisches Brot gibt es auch. Bei unserem Verbrauch ist das ja nichts wirklich überraschendes, alle 2-3 Tage muss ein Neues gebacken werden. Hansi fuhr mit dem Dingi vor zum Pass um sich anzuschauen, wie er bei Wind und Strömung aussieht und erkundete noch tauchend den Anker. Am Schwojkreis haben wir schon bemerkt, dass wir uns irgendwo verhakt haben, aber es ist diesmal nicht ein Korallenkopf, diesmal sind es gleich fünf. Entsprechend frühzeitig gingen wir Anker auf, aber es ging erstaunlich gut und schnell.
Die Strömung im Pass und entsprechend der Seegang waren nicht unerheblich. Mit den bisherigen Erfahrungen kein Problem. Alkyone setzte auch draußen noch einige Male heftig in die Welle ein, bis wir Abfällen und Kurs Tahiti nehmen konnten.

36 Stunden haben wir einkalkuliert für die Überfahrt. Wir würden zur Abwechslung mal doch gern bei Tageslicht ankommen. Montag früh also.

28. Juni 2019 / Keine Kommentare

Tauchen in Fakarava

               

Wie gestern bereits vereinbart machten wir, Hansi, Jutta und Tobias, uns auf den Weg zur Tauchschule. Treffen um 7 Uhr, bis es dann dort wirklich losging war es 8 Uhr. Maria hütete währenddessen die vier Mädels.
Eigentlich waren wir zu einem Tauchgang mit einlaufender Strömung im Pass verabredet, die Strömung hätte unserer Berechnung nach schon um 6 Uhr kentern müssen, um acht Uhr lief sie immer noch raus. Die Tauchguides meinten, dass die Lagune bei der Wetterlage zu voll sei und die nächsten Tage die Strömung sich nicht ändern würde. Zwei weitere Teilnehmer sprangen ab, da die Sicht, laut Guides mäßig bis schlecht sein würde. Während des Tauchgangs aber kenterte die Strömung und wir konnten eine Runde zurück bis zur Tauchschule tauchen.
Soviel zum Thema Erfahrung der Einheimischen. Die Sicht war auch spitze, nicht so toll, wie beim ersten Tauchgang in Tahanea, aber kein Vergleich zu anderen Tauchgängen. Viele Haie schwammen auf unterschiedlichen Tiefen, einige Putzerfische fanden uns extrem interessant und schwirrten ständig um uns herum und probierten, wie wir so schmecken. Ansonsten ein großes Aquarium mit vielen, vielen Fischen in sämtlichen Farben und Größen.

Am Nachmittag verabschiedeten sich Olena und Serenity von uns, die sich vorsichtshalber auf einen nördlicheren Ankerplatz verlegen wollten, da der Wind, mit dem wir morgen nach Tahiti aufbrechen wollen, langsam kommen soll. Wir fühlen uns hinter der Insel ausreichend geschützt vor Schwell und dem Wind können wir eh nicht entgehen. Wahrscheinlich treffen wir sie in Tahiti wieder.

Schlechte Nachrichten von Geri erhielten wir noch: er hat als Perlentaucher angeheuert und fährt nun also doch nicht bei uns mit. Tobias ist zu Tode betrübt, hatte er doch geplant mit Geri weitere Tauchscheine zu machen und intensiv für die Schule zu arbeiten. Die Beiden konnten richtig gut miteinander. Auch die Mädels sind enttäuscht, Antonia und Andrea hatten auch mit ihm abgemacht tauchen zu lernen. Schade.

Aus Tahiti kamen auch noch Absagen bezüglich Liegeplätzen: Tahiti ist voll, kein Liegeplatz vorhanden, obwohl wir noch vor dem großen Run dort ankommen. Wenn all diejenigen, die von hier und Marquesas noch nach Tahiti wollen, die Meisten erst so Mitte bis Ende Juli, platzt Papeete wohl aus allen Nähten. Sago hat sich heute schon auf den Weg gemacht, Jajapami wollte heute ankommen, nach uns kommen bei der derzeitigen Windprognose wohl erst mal keine Schiffe mehr an. Auch wir wurden schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass es ja heute und morgen gut bläst.

27. Juni 2019 / Keine Kommentare

Ankunft in Fakarava

               

Ein gemütlicher Nachtschlag brachte uns nach Fakarava. Noch vor dem Frühstück liefen wir in die Lagune ein, vorbei an einer Tauchbasis, zwanzig Jachten liegen bereits vor Anker. Die Zivilisation hat uns wieder, zumindest ist der erste Schritt offensichtlich gemacht. Direkt vor dem Pass liegt eine Jacht seitlich am Kies, wie wir später erfahren sind sie vor zehn Tagen beim Rausfahren und mit Mooring in der Schraube dort auf Grund gelaufen. Bei unsrer Einfahrt hatte es nur bis zu drei Knoten Strömung gegenlaufend, aber mit Segel und Maschinen kein Problem.

Im Norden hängen Regenwolken und schon während des Frühstücks beginnen wir uns langsam zu drehen, der Wind frischt auf, es regnet und schüttet und es wird hektisch um uns rum: einige Schiffe haben zu nah unter Land geankert, machen ist es wohl zu schauklig und sie gehen Anker auf. Maple, die wir von Galapagos kennen, haben wir kurz gesichtet, Vega ankert in unserer Nähe.

Gegen Mittag dann klart es auf: eine ganz andere Welt um uns, kaum wiederzuerkennen. Das Wasser ist ruhig, es glitzert in sämtlichen Blautönen.

Am Nachmittag erkunden Hansi und Tobias per Dingi die Gegend. Fahren zum Pass, vereinbaren mit der Tauchschule einen Tauchgang für morgen früh um sieben. Das waren die letzten Plätze um einen Tauchgang mit einlaufender Strömung morgen zu machen.

Olena und Serenity kamen am späten Nachmittag. Hansi und Tobias trafen sie im Pass und fuhren ihnen entgegen. Ohne die Erfahrungen von Faro und Hao etc. scheint der Pass offenbar bedrohlicher zu wirken, als er auf uns den Eindruck machte. Die gestrandete Jacht hat natürlich auch keine beruhigende Wirkung.

26. Juni 2019 / Keine Kommentare

Strömungstauchgang mit Hindernissen

               

Sago hatte gestern Abend noch geschrieben, dass sie heute morgen bei uns sein werden und kamen bald nach Tagesanbruch hier an. Jetzt fehlt von den Kindern her eigentlich nur noch die Jajapami, die wohl irgendwo in den nördlicheren Tuamotus steckt.

Gestern war wir noch segelnd zurückgekehrt, Olena und Serenity folgten uns heute früh, dann leider unter Motor, damit wir heute hier noch einmal den Tauchgang an einem der Durchlässe mit der Strömung durchführen konnten. Silke stellte sich zur Verfügung die Beiboote während des Tauchgangs zu versorgen und uns dann aufzupicken, wenn wir dann wieder hochkommen. Leider hatten wir uns wohl zeitlich vertan, da die Strömung bereits gekentert war und die Taucher dann alsbald merkten, dass sie weiter raus statt in das Atoll hinein gezogen wurden. Auch für Silke war es aufregend die beiden Beiboote bei den brechenden Wellen (Strömung gegen Wind) zu manövrieren. Als Tobias dann hoch kam hatte er entsetzliche Zahnschmelz, soweit sah es anfangs aus. Aber Dank Zahnarzt mit kompletter Ausrüstung an Bord konnte dieser Verdacht ausgeschlossen werden: es scheinen die Nebenhöhlen zu sein. Eine Umkehrblockierung. Es ging ihm zum Glück auch bald besser.

Am Nachmittag wurde dann bei uns, Sago, Olena und am Strand gespielt. Bei inzwischen neun großen Kindern ist es ja kein Problem den passenden Spielpartner zu finden.

Über Nacht planen wir weiter nach Fakarava zu segeln. Sago bleibt erst mal hier und Olena und Serenity wollen morgen früh uns folgen. Wir möchten die günstigere Windprognose noch ausnutzen und den morgigen Tag dann nutzen können. Die Kinder sind traurig, obwohl sie ja morgen auch so nicht miteinander spielen könnten, wenn wir nebeneinander herfahren würden.

25. Juni 2019 / Keine Kommentare

Projekt Robinson Cruzo

               

Direkt nach dem Frühstück funkten uns die Olena-Kinder an, ob unsere Kinder mitkommen wollen am Strand bei der verlassene Hütte zu spielen. So stieg die Motivation bei der Schule eifrig mitzumachen, denn sonst dürften sie ja nicht um 11 Uhr schon mit rüber.

Die Kids einsam und verlassen auf der Insel deckten die Hütte mit Bananenblättern ab zum Schutz vor den auch heute regelmäßigen Regenschauern, knackten sich Kokosnüsse, sammelten Wasser zum Händewaschen etc. Es schien ein friedliches und schönes Spiel zu sein, das dann von Hansi gegen drei Uhr jäh beendet wurde, da er unsere Kanister wieder einfangen musste, denn wir wollten uns bei Tageslicht noch zurück auf den alten Ankerplatz an der Einfahrt des Atolls verlegen. Heute hatten wir noch wunderbaren Wind um hinüber zu segeln. Olena und Serenity werden uns erst morgen früh folgen.

24. Juni 2019 / Keine Kommentare

Barbecue im Paradies

               

Die Nacht über wehte es heftig weiter mit bis zu 30 Knoten. Unser Liegeplatz hinter dem Riff und der Insel war aber schön ruhig und sicher. Kein Vergleich zu letzter Nach.

Am Morgen begrüßte uns erst einmal die Sonne, tagsüber wechselten sich stetig Sonne und Regen ab. Dennoch schlug Olena vor, dass wir uns am Nachmittag am Strand treffen um gemeinsam zu grillen. So wurden die Schalen der Kokosnüsse zu einem Lagerfeuer entzündet und Stockbrot, Olena nennt es Schlangenbrot, Würstchen, Hähnchen etc. zu grillen. Und das Wetter war uns gnädig gestimmt, erst auf dem Weg per Beiboot zurück auf unsere Schiffe wurden wir noch geduscht.

Eine dekorativ halb im Wasser liegende Palme lud zu einem Gruppenfoto ein. Auch die Wege von Olena, Serenity und uns werden sich bald schon wieder trennen. In Tahiti kann es sein, dass wir uns noch einmal treffen, aber Olena bleibt hier in französisch Polynesien über den Süd-Sommer und Serenity hat Neuseeland als Ziel. Die Alkyone soll sich da bereits wieder auf der Nordhalbkugel befinden.

23. Juni 2019 / Keine Kommentare

Quer übers Atoll

               

Wir wussten bereits gestern, dass der Wind abends und nachts auffrischen sollte und bei der Windrichtung wurden wir auch von der Windsee, die sich hier innerhalb des Atolls aufgebaut hat, gut durchgeschüttelt. Mit dem Tauchgang wäre es aber zu knapp geworden sich noch zu verlegen. Der Liegeplatz würde sich als Trainingslager für Pitcairn eignen ;-). Ok, da rechne man noch 2-3 Meter Dünung dann dazu. Die beiden anderen Boote hatten auch keine sonderlich ruhige Nacht gehabt.

Nach dem Frühstück brachen wir gleich auf, Motoren ein Stück am Land entlang und segelten dann quer übers Atoll auf die andere Seite. Dank der hoch aufgelösten Satellitenfotos und der Seekarten mussten wir fast nur noch die jeweiligen Korallenköpfe bestimmen, die voraus auftauchten. Erst die letzten Meter war eine Wolke davor und somit hatten wir keine Info. Mit der Übung der vorangegangenen Meilen war dies aber kein Problem mehr. In der Karte steht bei den Korallenköpfen immer eine Tiefe von 5 Metern, jedoch ragen diese teils sogar aus dem Wasser heraus. Die Position jedoch stimmt perfekt.

Vor dem Riff sieht man einige Kiter, wir legen uns geschützt vor eine Inselgruppe und genießen die Ruhe im Schiff. Olena und Serenity sind etwas nach uns aufgebrochen und sicherheitshalber am Ufer entlanggefahren. Jetzt liegen wieder alle drei Schiffe nebeneinander und die Kids genießen es gemeinsam zu spielen.

22. Juni 2019 / Keine Kommentare

Tauchen in Tahanea

               

Das Atoll Tahinea wurde ja angelaufen, da man hier schön tauchen könne. Das mussten die Taucher der drei Schiffe heute gleich probieren. Am Vormittag holte Stephan noch unsere Tauchflaschen zum Füllen und nach dem Mittagessen ging es los.

Die Nichttaucher begleiteten die Taucher und nutzten die Gelegenheit schnorchelnd die paradiesische Unterwasserwelt zu bestaunen. Maria streifte in der herrschenden Strömung eine Koralle und hat am Oberschenkel ein, hoffentlich vorübergehendes, Andenken an diesen wunderbar schönen Schnorchelausflug. Sie sahen Haie und Rochen und Vieles mehr.

Die Taucher waren auch sehr beeindruckt. Von der starken Strömung durchs Wasser gezogen faszinierte sie vor allem die unbeschreiblich weite Sicht. Rochen zeigten sich ihnen nicht, aber dafür eine sehr farbenfrohe und unberührte Unterwasserwelt.

Von der Wettervorhersage her hätten wir uns eigentlich noch heute auf die andere Seite des Atolls verlegen sollen. Die anderen Schiffe sind alle weitergefahren. Aber wegen der richtigen Strömung für den Tauchgang wäre es dann zu spät am Nachmittag geworden um noch bei Sicht drüben anzukommen. So werden wir uns morgen früh verlegen. Mit unruhigen Ankerplätzen haben wir ja inzwischen Erfahrung.

21. Juni 2019 / Keine Kommentare

Ankunft in Tahanea

               

Die Überfahrt nach Tahanea war, wie schon vorhersehbar, deutlich ruhiger, als die von Hao nach Raroia. Maria ist uns zum Glück erhalten geblieben und diesmal schlug auch bei keinem die Seekrankheit zu, obwohl wir ja zwei Nächte so ruhig im Hafen lagen.

Unweit der Einfahrt in das Atoll haben wir, und auch Olena und Serenity, am vorgeschlagenen Ankerplatz geankert. Drei weitere Schiffe liegen auch dort.
Angeblich war früher direkt hier an Land eine Siedlung, die dann aufgegeben wurde, da man hier auf diesem Atoll keine Landebahn bauen konnte. So sind die Segler hier ungestört unter sich.

Die Kinder genossen das Wiedersehen, waren sie doch glatt einen Tag getrennt. Es gab am Nachmittag leckere Krapfen.
Auch die beiden Schiffe, mit denen wir in Raroia sprachen, bleiben eines hier in der Gegend, ok, die sind seit 7 Jahren angeblich schon hier, und das andere Schiff segelt nach, dreimal kann man raten: Australien um, genau, richtig, das Schiff dort zu verkaufen. Ob es also nach Australien noch Fahrtensegler gibt? Irgendwie kommt es uns so vor, als gäbe es die nicht. Und Familien? Wir werden uns überraschen lassen müssen. Oder wir haben dann mehr Zeit für die Schule, was mit all der Ablenkung nicht immer einfach ist.