Artikel zum Schlagwort "Drakestrasse"

12. Februar 2016 / Keine Kommentare

Normalzustand

Wir sind jetzt seit 4 Tagen in Port Stanley, Falklandinseln. So ganz allmählich gelingt es hier unsere Alkyone wieder in einen normalen Betriebszustand zurück zu versetzen. Bei den Temperaturen in der Antarktis (Wasser -1° bis -2° C und Luft um 0° C) bildet sich an sehr vielen Stellen Kondenswasser, was nicht nur unkomfortabel ist, sondern auch erstaunlich schnell zu gefährlichen Problemen führen kann. So hatten wir auch in den Hauptschaltern Kondenswasserbildung mit dem Ergebnis, dass sich plötzlich die Maschinen nicht mehr starten ließen, eine bei den extremen Windbedigungen der antarktischen Halbinsel sehr gefährliche Situation. Indem wir versucht haben alle auftretenden Problem immer möglichst sofort zu beseitigen sind wir technisch gut „durchgekommen“, allerdings ist natürlich auch vieles liegen geblieben. Schon vor dem Start in Ushuaia hätte noch einiges an Wartung auf der To-Do-Liste gestanden, aber da hatte die Aussicht auf eine sichere Passage der Drake Strasse ja eine Art Alarmstart generiert. Nun haben wir die Liste allmählich ganz abgearbeitet und können uns mit einem ordentlich gewarteten Schiff auf den nächsten Abschnitt der Reise machen.

Hier in Port Stanley liegen wir ganz brauchbar, wenngleich den Westwind immer mal wieder auf 30kn und mehr auffrischt und das liegen an der Pier wie am Anker recht „sportlich“ gestaltet. Der Patz der Pier ist kostenlos, allerdings müssen wir immer wieder mal weg, wenn er zum Be- und Entladen für die vor Anker liegende Berufsschifffahrt benötigt wird. Die „Installations“ auf den Falkland sind doch sehr provisorisch, aber das ist wohl ein Teil des „Systems“. Neben uns liegt eine 52 Fuss Nautikat aus Grossbritannien und ist ebenfalls kräftig am Schrauben, damit es weitergehen kann, sie will über Sankt Helena direkt zurück nach Europa.
Wir wollen morgen aufbrechen Richtung Rio del la Plata.

7. Februar 2016 / Keine Kommentare

Luft raus

Die Drake Strasse haben wir hinter uns. Jetzt ist komplette Flaute, wir motoren im pottendichten Nebel (Sichtweite unter 20m) und hoffen, dass unser Radar alles sieht was wir nicht sehen können. Die Crew genießt es endlich nicht mehr durchgeschüttelt „an der Wand lang laufen“ zu müssen. Wir wollten eigentlich morgen früh Sea Lion Island, das ist eine kleine zu Falkland gehörende Insel besuchen, aber die Behörden in Falkland legt größten Wert darauf, dass wir zunächst „Her Majesties Customs“ in Port Stanley unsere Aufwartung machen. Also geht es erst mal direkt nach Port Stanley, wo wir morgen am späten Abend eintreffen wollen.

Viele Grüsse von (siehe Foto)

Sir Francis Drakelton (der mit der Brille und dem roten Schnabel)
und Sergej Amundsen (das ist der mit dem schwarzem Schnabel und der gelben Mütze, ihn haben wir in Vernadsky geschenkt bekommen)
und natürlich Tux, der ist nur als Tourist dabei

5. Februar 2016 / Keine Kommentare

Drake Strasse

Wir haben heute vormittag den 60. Breitengrad nach Norden überquert und somit das Gebiet des Antarktisvetrages verlassen. Die Drakestrasse verhält sich wie es sich gehört (7 Bft und 4,5m Welle) morgen soll es aber wieder ruhiger werden. Es sind noch 440sm nach Port Stanley auf den Falklandinseln.
Auch die Zeit der Eiswachen ist vorbei, sodass sich jetzt das Leben weitestgehend unter Deck abspielt. Noch merken wir nicht viel davon dass wir gegen 19 Uhr die Antarktische Konvergenzzone verlassen haben, aber es sollte jetzt mit jeder Meile wärmer werden.
Das Foto des Tages zeigt die Zubereitung des heutigen Abendessens (Spagetti Bolognese).

3. Februar 2016 / Keine Kommentare

Good by Ice

Wenn sich nicht alle Wetterberichte täuschen, haben wir das Glück gehabt, den pefekten Absprungzeitpunkt zum Überqueren der Drakestrasse zu finden. Wir sind gestern abend los und motoren seither (mit einer kleinen Segelunterbrechung) auf ein Tief zu, welches gerade durch die Drake Strasse zieht. Weit genug weg um nur die Dünung und nicht auch den dazugehörigen Nordwind abzubekommen. Hinter diesem Tief bildet sich eine stabile SW Lage aus mit mäßig bis frischen Winden (5-8 Bft) die uns auf halbraumen Kurs bis nach Port Stanley (Falkland Inseln) tragen sollten. Wir haben die Antarktis zwar etwas vor der geplanten Zeit verlassen, aber die langfristigen Wetterberichte ließen uns keine Wahl. Und ehrlich gesagt haben wir genug Eisberge Pinguine und Robben gesehen und Decepcion Island ist zwar sehr beeindrucken, aber letzlich doch nur Vulkanasche und das wars dann. Die South Shetland Inseln haben uns mit Fallböen, fliegendem Wasser am Ankerplatz und Eisregen den Abschied auch nicht gerade schwer gemacht.
Viele Grüsse von der ganzen Alkyone Crew

2. Februar 2016 / Keine Kommentare

Spanische Station auf Deception Island

Nachdem wir gestern morgen um 6:30 die Bucht von Deception Island erreicht haben hat die Crew erstmal wieder etwas Schlaf nachgeholt. Das war hier sehr einfach, da der Grund hauptsächlich aus schwarzem Vulkansand besteht, in dem der Anker natürlich sehr gut hält. Dieser Sand bedeckt auch fast die ganze Insel. Wir lagen direkt vor der sehr farbenfrohen spanischen Forschungsstation, also haben wir beschlossen dort auch mal vorbei zu schauen. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Die Station ist von Dezember bis März mit momentan 13 Wissenschaftlern (im Moment aus Spanien, Portugal und Chile) und 17 Armeeangehörigen besetzt. Diese sind vor allem für den Betrieb der Station und die Sicherheit und Unterstützung der Wissenschaftler verantwortlich. Einer der Soldaten hat uns fast die ganze Station gezeigt, inklusive Schlafabteilung, Iglus, in denen die Wissenschaftler schlafen, Wohnzimmer, Kücke, Waschküche, Kühlkontainer, Werkstatt, Antennen und Sateliten und Fitnessraum. Danach wurden wir eingeladen es uns im Wohn- und Esszimmer gemütlich zu machen und vom Appetiser (der aus wirklich vorzüglichen Spanischen Tappas bestand) vor dem Lunch zu probieren. Währenddessen haben wir uns unter anderem mit dem Chef der Station und dem Stationsarzt unterhalten.
Leider ist Geli gestern im Seegang in der Pantry, nasser Boden :-(, gestürzt und hat sich den Rücken und das linke Handgelenk stark geprellt. Daher hat Hansi ein Date mit ihr und dem Arzt für nach dem Lunch ausgemacht und ich eines mit einem der sieben Biologen, der uns noch den Container mit der Tauchausrüstung und die Labore zeigen wollte. Am Lunch haben wir nicht teilgenommen, sind aber danach wieder zu fünft rüber gefahren um Gelis Arm mit einer professionellen Schiene auszustatten und die Biologie-Führung zu machen. Die Biologen tauchen fast jeden Tag, wenn das Wetter es zulässt. Die arbeiten u. a. mit Seesternen, Seeigeln, Nacktschnecken, Schwämmen, Würmern, Fischen, Krill, etc. Es werden regelmäßig gefrorene Proben nach Barcelona geschickt und dort analysiert. Wir durften einen Blick in das „Nasslabor“ werfen, wo die Lebewesen aufbewahrt werden, in das Labor, wo das Futter und andere Dinge für die wissenschafliche Arbeit mit den Organismen vorbereitet werden und auch in das Labor des Veterinärmediziners, der sich vor allem um die Gesundheit der Stationsbesatzung kümmert. Juan hat uns auch das kleine aber sehr gemütliche Iglu gezeigt, in dem er mit drei anderen Biologen für drei Monate wohnt, wenn sie nicht gerade einen mehrtägigen Ausflug mit einem Forschungsschiff zu anderen interessanten Tauchplätzen machen.

Nach diesem sehr ineressanten Ausflug haben wir die Alkyone nochmal in eine andere Bucht innerhalb Deception Island-Bucht verlegt. Hier liegen wir unter Anker und mit zwei Landleinen und haben mal wieder das leckere argentinische Rindfleisch gegrillt. Wahrscheinlich werden wir am morgen Morgen um 6:00 hier starten und dann durch die Drakestraße nach Falkland segeln. Bis dahin werden wir hier hoffenlich noch die Pinguin und Robbenkolonie besuchen.
Wir sind jetzt seit 17 Tagen auf See und haben immer noch frisches Obst und Gemüse. Und auch von allen anderen Lebensmitteln haben wir noch Vorrat. Ein paar Dinge werden langsam knapp aber das ist sehr viel später als wir gedacht hätten. Die Bunkermisson in Ushuaia war also durchaus erfolgreich.

Alles Liebe von einer motivierten und glücklichen Crew eure Kehlstreifpinguine

Heute Morgen slippte, wie sollte es anders sein, um 7:30 der Anker und es ist nun Niedrigwasser (1,6m unterm Bug). Immerhin mal wieder ohne Schollen, starteten wir die morgendliche Action und brachten noch eine dritte Landleine und einen zweiten Anker aus. Gerade weht es mit 30 kn in den Böen aber wegwehen kann uns jetzt nichts mehr.

18. Januar 2016 / Keine Kommentare

Drakestrasse

Nach einem beeindruckendem Einkaufsmarathon in Ushuaias Supermärkten startete die Alkyone am Samstag abend mit Ziel antarktische Halbinsel. Da die Chilenen seit neuestem grosse Schwierigkeiten mit dem Import von frischen Lebensmitteln machen haben wir beschlossen Puerto Williams auszulassen. Leider hatten wir beim Betanken mittels Fässern in Ushuaia auf einem Tank so viel Schmutz und Wasser in den Tank bekommen, dass die Maschine nach 15 min. ausging und wir doch in Puerto Williams kurz vor Anker gehen mussten, da waren die Behörden sehr kooperativ.

Nach ca. 3 Stunden waren die Filter gewechselt, die Einspritzpumpe und die Leitungen mit Diesel durchgespült und der guten Kubota sprang wieder an und läuft einwandfrei. Wir werden auf Steuerbord wohl noch einige Filter brauchen und müssen immer wieder Wasser aus dem Filter ablassen, aber damit können wir leben.

Gestern Abend ging es dann raus in die Drakestrasse, die prompt orderntlich die Zähne zeigt mit 8 Bft leider aus SW was für einen S-Kurs definitiv zu spitz ist. Im Moment laufen wir SE-Kurs bis der Wind wieder weniger wird, auch ist eine Drehung auf W angesagt.
Drückt uns die Daumen, dass da die Wettervorhersagen zutreffen.