Artikel von 30. April 2020

30. April 2020 / Jutta / n/a

Erste Lockerungen in Italien

       

Francesco von der Marina kam heute vorbei und teilte uns mit, dass in Italien die ersten Lockerungen in Kraft treten: Man darf unter Anderem seit gestern wieder Angeln. Und das haben wir auch schon bemerkt: einige kleine Motorboote fuhren durch die Gegend und auf der Pier am anderen Ende des Hafens stehen einige Autos, wahrscheinlich von angelnden Italienern. Auch dürften wir selbstverständlich von Bord aus angeln, Muscheln würde er als Köder empfehlen.

Und etwas Weiteres scheint seit gestern wieder erlaubt zu sein: Das italienische Militär fliegt. Wobei es eher nach Flugunterricht ausschaut, denn dieselbe Maschine startete bestimmt zehn Mal über uns hinweg. Wahrscheinlich drehten sie nur eine kurze Runde und kamen von der anderen Seite zurück. Und auch einige Militärjets flogen über uns hinweg. Oh, wie schön war doch die Ruhe der letzten Zeit. Vor allem die Leute in Brindisi haben diesen Lärm sicher nicht vermisst.

Die Werft gegenüber der Marina arbeitete schon letzte Woche an zwei Schiffen der Guardia di Finanza und ab kommenden Montag sollen auch zivile Schiffe wieder in die Werften können. Auch dürften wir ab nächster Woche selbst zum Einkaufen gehen.

29. April 2020 / Jutta / n/a

Immer noch im Lockdown

       

In der Marina in Brindisi sind noch viele, viele Liegeplätze frei, sieht man ja auch auf den Fotos. Wir sind zwar der äußerste Steg, aber da liegen nur eine Hand voll Boote auf der einen Seite, die andere Seite ist sogar komplett leer, nur Moorings sind verlegt. Drei Schiffe sind derzeit bewohnt, unser Nachbarschiff, Eric am Nachbarsteg und wir. Keine Kinder, keine sonstigen Leute hier. Wenn andere Familien hier wären wäre es wahrscheinlich auch schwierig, da die Kinder offiziell nicht miteinander spielen dürften. Aber einsam sind wir schon irgendwie.

Wenn wir ab dem Verlassen des Suezkanals noch 14 Tage Quarantäne einhalten hätten müssen, dann wäre diese bereits am Sontag vorbei gewesen. Trotzdem können wir auch nicht viel mehr machen als vorher.Inzwischen marschieren wir auf dem Steg entlang, aber auf die Dauer ist das auch langweilig.

Beschweren dürfen wir uns natürlich nicht über unsere Lage, denn den Italienern geht es auch nicht besser. Die Schulen bleiben in Italien bis September geschlossen und für jede Bewegung außer Haus braucht man eine zuvor ausgefüllte Selbsterklärung. Pizza darf man ja auch nicht mal selbst im Restaurant abholen. Nur wer liefern kann bleibt im Geschäft.

Liefern ließen wir uns heute auch noch einmal jede Menge Lebensmittel. 30 Liter Milch, 10 Kilo Mehl, 10 Säfte, 6 Flaschen Wein, 30 Eier, Hackfleisch, Salami und viel Obst und so weiter. Der Fahrer fragte uns, ob wir jetzt nach Deutschland segeln, weil wir alles in so großen Mengen bestellten. Nein, eigentlich nur für eine Woche, mal abgesehen von Milch und Mehl. Die Mädels futtern auch schon richtig viel. Und die 30 Kilo Mehl, die wir in Dschibuti kauften, wo wir schon noch ein bisschen was an Bord auf Lager hatten, und die wir mit weiteren 4 Kilo in Ägypten aufstockten, waren komplett aufgebraucht. Täglich Brot oder Semmeln aus 750g Mehl und dann auch noch täglich einen Kuchen. Das verbraucht einiges.

28. April 2020 / Jutta / n/a

Herbert kommt endlich nach Hause

       

Pünktlich aufstehen hieß es heute, denn Herberts Fahrdienst wollte ihn um 8 Uhr am Eingang der Marina abholen. In letzter Zeit stehen wir später und später auf. In den Tropen war es wichtig, dass wir mit der Sonne aufstanden, da der Tag immer nur 12 Stunden hatte.

Wie Herbert uns später mitteilte waren auf dem Flug von Bari nach Rom 14 Passagiere an Bord, nach München dann sogar nur 6. Wie rechnet sich sowas überhaupt noch? Warum bieten die Airlines solch einen Flug überhaupt an und annullieren den nicht? Gut für Herbert, mit zweieinhalb Wochen Verspätung kam er doch endlich nach Hause.

In Ägypten hatten wir Kontakt zur Deutschen Botschaft aufgenommen und wir stehen immer noch mit diesen in Verbindung. Zwei weitere Deutsche kommen immer noch nicht von Ägypten aus nach Hause. Das Problem ist weiterhin, dass die Segler nicht „im Land“ sind und daher nicht aus Ägypten ausfliegen können. Wir können im Moment Italien empfehlen. Von einem anderen Schiff, das wir aus Ismailia kennen, will jemand am 1. Mai von Kreta nach Deutschland fliegen. Hoffen wir mal, dass das dann klappt.

Heute morgen noch weckte uns die Sonne und bei dem Abschiedsfoto mit Herbert blendete sie uns. Später versteckte sie sich dann hinter den Wolken. Ohne Sonne merkt man schnell, dass erst April ist und es eigentlich doch noch recht kühl hier ist.

27. April 2020 / Jutta / n/a

Brindisi Tag 4

       

Bisher schaut alles gut aus, dass Herbert morgen wirklich endlich nach Hause fliegen kann. Sein ursprünglicher Flug wäre am 11. April ab Ägypten gewesen, nun kommt er mit 2 ½ Wochen Verspätung und einigen Meilen mehr in seinem Logbuch nach Hause.

Die Marina hatte bis heute Morgen noch keinen Transport für Herbert von der Marina zum Flughaben Bari organisiert. Der einzige, der hier in der Marina gut englisch spricht ist leider im Moment nicht hier, und so müssen wir mit ein paar Brocken italienisch und Google Translate auskommen. Aber under Nachbar ist Sizilianer und spricht sehr gut Englisch. Der Transport ist die eine Sache, zusätzlich braucht Herbert und auch der Fahrer eine von der Polizei gestempelte Ausnahmegenehmigung, dass sie sich außerhalb der Region bewegen dürfen. Die Polizei ist sehr verständig und kommt auch brav am Nachmittag vorbei, ändert das von Herbert schon vorausgefüllte Formular noch etwas ab und das war’s. 24 Stunden gilt diese.

Unser Nachbar ist ein Pärchen aus Sizilien. Den großen Lagoon-Motor-Kat überführen sie für einen Amerikaner. Am 10. März kam der ins Wasser, ab 11. März war Lockdown. Sie dürfen seither nicht mal mehr nach Hause nach Sizilien reisen. Sie hocken auf dem Boot fest. Bewegung verschafft sich unsere Nachbarin indem sie täglich bestimmt 5x den Steg in forschem Schritt entlang walkt. Uns geht es also nicht schlechter wie den Italienern selbst. Herbert darf sogar die Reise nach München über Rom antreten, unsere Nachbarn nicht einmal das kurze Stück bis nach Sizilien reisen. Das hatten wir ja auch schon am ersten Tag von dem Polizisten gehört: er darf auch von seiner hiesigen Dienstwohnung aus nicht nach Hause zu seiner Familie in einem anderen Bezirk Italiens fahren.

26. April 2020 / Jutta / n/a

Brindisi Tag 3

       

Auf dem Weg von Kreta nach Brindisi brach plötzlich Erics Schwert als er bei 25 Knoten Wind eine Welle hinunter surfte. Wir waren beide sehr flott unterwegs, die Strömung führte dazu, dass wir sogar teils 11-12 Knoten über Grund machten, Erics Rekord, den wir im AIS sahen waren 15 Knoten. Heute nun haben Hansi und Tobias mit Eric erst einmal den Schaden mit der Kamera von unten angeschaut und dann das restliche Schwert oben rausgezogen. Etwa ⅓ ist noch da. Die weitere Inspektion des Unterwasserschiffes zeigt auch keine sonstigen Schäden. Also einfach nur Überlastung. Wann Eric ein neues Schwert zugeschickt bekommt müssen wir sehen. Noch hoffen wir, dass wir irgendwann nach Griechenland können und dort auf die Werft gehen. Und das hieße dann einen längeren Aufenthalt, so dass ein Paket aus Vietnam sinnvoll ist. Er bekommt dann auch noch neue Ruderblätter, das dritte Set bereits. Auch bei seinem Kat reift das Produkt beim Kunden.

Heute haben wir noch eine andere Pizzeria ausprobiert. Die Erste war zwar sehr gut, aber auch etwas speziell. Keine Pizza, wie wir sie kennen, dafür biologischer Anbau und mit Trüffel und sonstigem. Da die heutige Pizzeria wesentlich günstiger war hatten wir Bedenken nur so viele kleine Pizza zu bestellen, wie am ersten Tag. Und so haben wir 4 große Pizza bestellt, fast zum selben Preis. Aber es waren dann doch richtig Große 🙂 Sehr lecker, werden wir wieder machen. Essen zu bestellen ist übrigens hier in Italien mit Corona die einzige Möglichkeit, wenn der heimische Herd kalt bleibt: auch Italiener dürfen kein Essen im Restaurant abholen, geschweige denn dort verzehren. Lieferung ist die einzige Option.

Bis heute wäre unsere 14-tägige Quarantäne ab dem Suez-Kanal gewesen, also ab wann wir keinen näheren Kontakt mehr hatten. Bisher hilft das auch nichts.

25. April 2020 / Jutta / n/a

Lena feiert ihren 2. Geburtstag

       

Mit einer kleinen Verspätung, dafür aber mit Geburtstagskuchen wurde heute Lenas zweiter Geburtstag gefeiert. Irgendetwas ist da los, das merkte Lena schon und bestaunte den Kuchen mit den beiden Kerzen vor sich. Zum Auspusten konnten wir sie nicht bewegen. Siebenachtel ihres Lebens lebt Lena nun auf dem Schiff. Es wird für sie bestimmt komisch sein ab dem Sommer in einem Haus zu leben.

Geschenke gibt es kaum. Eine schöne Muschel hat Lena von Anna bekommen und Andrea hat für Lena ein kleines Bilderbuch angefertigt, in das bunte Tiere gemalt sind. Vielleicht lernt dann Lena endlich zu sprechen? Wir hatten geplant, dass Oma und Opa Geburtstagsgeschenke mit nach Ägypten bringen. Für Lena sind Geschenke noch am unwichtigsten. Auch heute hat sie sich am meisten über das Geschenkpapier gefreut. Anna wird es sicher nicht so leicht nehmen. Sie wünscht sich, dass wir zumindest wieder Pizza bestellen für ihren Geburtstag und dann einen Filmabend machen. Ja, das geht auf jeden Fall klar. Und ihre gewünschte DVD gibt es in Italien leider nicht, obwohl die in Deutschland erhältlichen DVDs ja meist auch noch Italienisch dabei haben. Wenn wir uns bald ein Carepaket aus Deutschland schicken lassen, dann ist die DVD aber auch drin. Solange muss ein Gutschein herhalten. Geburtstag in Zeiten von Corona. Die Italiener müssen heute ja auch zum 75. Jahrestag der Befreiung Italiens alleine zuhause feiern, anstatt wie sonst in Menschenmassen auf den Straßen.

Ansonsten ist hier alles beim Alten. Wir genießen die Sonne und die höheren Temperaturen hier. Höher? Jaja, wir wissen nicht was wir wollen. Erst ist es uns immer zu heiß, dann wieder zu kalt,… Noch ist es vor allem nachts kalt, am Morgen genießen wir es, dass die Heizung per Zeitschaltuhr das Schiff schon vorwärmt. Die Jalousien im Salon bleiben den Tag über offen und am späten Nachmittag schließen wir alle Luken, damit die Wärme drin bleibt. Bald schon dürfte aber die Sonne hier in Süditalien so stark sein, dass uns wieder richtig warm wird. Zu warm?

Wir hoffen, dass die Marina einen Transfer für Herbert von hier zum Flughafen in Bari organisiert. Zunächst hatten wir versucht, dass Herbert am Montag eine Sondergenehmigung von der Polizei erhält um mit einem Mietwagen dorthin zu fahren. Aber das klappt leider nicht.

24. April 2020 / Jutta / n/a

Eigentlich Geburtstag

       

Oder wenn das Wörtchen wenn nicht wär. Im Moment hören wir diesen Spruch sehr oft. Wenn Corona nicht wäre, dann wären wir jetzt noch in Ägypten und würden Kairo und die Pyramiden besichtigen. Und Israel und und und.

Wir haben also beschlossen, dass Lena erst morgen ihren Geburtstag feiert, da zum Feiern schon der passende Kuchen da sein muss. Beim zweiten Geburtstag merkt sie eh nicht was los ist und an welchem Tag wir feiern. Und reden mag Lena bisher immer noch nicht, so könnte sie sich nicht mal beschweren. Gratuliert und ihr „Happy Birthday“ gesungen haben wir aber heute schon und ihr all die Glückwünsche ausgerichtet, die wir erhielten. Lustig war es trotzdem bei uns: da die Nähmaschine ja an ihrem Platz ist, die Kaffeemaschine auch wieder brav arbeitet und auch an ihrem Platz ist, suchte Lena einen neuen Unterschlupf. Unter den Stufen ist fast schon zu klein für Lena, aber die Schublade des Staubsaugers ist öfter mal frei!

Heute haben wir bei der ominösen E-Mail, die man uns in der Marina gab (nur 510101 vor dem @) unsere Bestellung aufgegeben. Eine Bestätigung kam nicht, aber die Mail auch nicht zurück. So haben wir mal etwas skeptisch abgewartet und am Nachmittag bekamen wir dann fast alles geliefert, was wir bestellt hatten. Hansi hat noch kurz mit dem jungen Mann gesprochen, der uns belieferte: ist der Sohn eines kleinen Ladens hier. Da wir weiter nicht an Land dürfen werden wir sicher noch öfter dort bestellen müssen. Aber alles, was wir bekamen war wirklich sehr gute Qualität und der Preis auch völlig in Ordnung. Die Lieferung kostet nur 5€ Aufpreis. Mal wieder selbst in einen Supermarkt gehen zu dürfen wäre schon auch schön, vor 6 Wochen waren wir zuletzt selber beim Einkaufen.

Da wir jetzt wieder frische Eier, Butter und Bananen haben backe ich am Abend noch die obligatorische Bananenrollade für Lena. Eric freut sich wieder bei uns zu Abend essen zu dürfen. Das Abendessen wurde kurzfristig umdisponiert in ein recht Lauch-haltiges Menü, da die drei Stangen Lauch sich als drei dicke Stangen in Unterarm-dicke entpuppten. Hm, irgendwie sollte ich doch mal die Bestellungen in Gramm und nicht in Stück angeben. Hatte ich ja schon in Ägypten bemerkt, als ich 4 Zucchini bestellte, die dann fast so groß waren wie ein Wiener Würstchen.

Laut Marina ist erst mal alles erledigt mit den Behörden. „Tutto bene“. Morgen tut sich eh nichts, morgen ist der 75. Jahrestag der Befreiung Italiens. Eigentlich ein riesiges Fest in Italien, wegen Corona wird das eher klein ausfallen. Aber arbeiten wird keiner, wenn er nicht unbedingt muss. Bis kommenden Montag sind die Maßnahmen für Sportboote in Griechenland im Moment noch befristet. Warten wir ab, was sich da tut.

23. April 2020 / Jutta / n/a

Ankunft in Brindisi

       

Bis in den Hafen von Brindisi reichte der Wind und erst die letzten Meter mussten wir die Maschinen anwerfen. Jedoch hat das Regenwetter von gestern angehalten – wir fühlen uns fast wie zuhause: 10 Grad und mal mehr und mal weniger Regen. Bei Manövern in der Nacht und dann beim Anlegen frieren fast die Finger ein. Wir haben zum Glück unsere Heizung, ich weiß, ich wiederhole mich, aber wenn ich Eric so am Abend anschau, als er zu uns zum Abendessen kommt: er hat fast alles an Klamotten an, was er an Bord hat. Und zum Schlafen hat er nur seine Leintücher. Er freut sich über unser Angebot eine Bettdecke mitzunehmen. Die Wetteraussichten sind zumindest gut, ab morgen soll die Sonne scheinen und es deutlich wärmer sein.

Mit der Marina hatten wir bereits im Vorfeld kommuniziert und unser Kommen angekündigt. Die Polizei war dann nicht so erfreut über unser Kommen. Was unsere „Motivation“ ist unser Schiff zu bewegen? Jeder, der sich in Italien zu Zeiten des Lockdowns wegen Corona bewegt braucht eine „Motivation“. Dass wir Herbert loswerden wollen ist ein Teil unserer Motivation. Die hat der Polizist auch verstanden, aber warum wir hier im Hafen liegen wollen? Er dürfe auch von seiner Dienstwohnung hier nicht nach Hause zu seiner Familie. Hansis Argument, dass seine Dienstwohnung sicher auch Wasser und Strom hätte und er das für seine Familie auch gerne hätte, zog dann. Normalerweise interessiert sich ja niemand innerhalb der EU woher ein Schiff kommt und die „Sanitary Control“ kennt man auch nicht. Jetzt müssen die jedoch tätig werden. Um unsere „Free circulation“ zu beantragen müssen wir ein Formular dorthin mailen. Die Daten der letzten 10 Häfen und auch die Frage „Has any person died on board during the voyage otherwise than as a result of accident?“

Hier kann Herbert nun endlich seinen Heimflug buchen. Der einzige Herr, der hier Englisch spricht, rät Herbert erst am Dienstag zu fliegen. Am Samstag ist Feiertag in Italien „Tag der Befreiung Italiens“, da könne er sich gut vorstellen, dass die Flüge annulliert werden. Normalerweise fliegt ja mehrmals täglich eine Maschine nach Rom und weiter nach München. Im Moment kann man froh sein, wenn es an einem Tag eine Verbindung von Bari bis nach München gibt. Am Dienstag also wird Herberts Odyssee endlich zu Ende sein.

Von der Marina bekommen wir die Telefonnummer eines Supermarktes in der Nähe. Leider geht niemand ans Telefon, wegen mangelndem Umsatz seien die oft nicht da. Mist. Ich hatte gehofft endlich mal wieder eine Butter kaufen zu können. Das was wir die letzten Wochen bekamen, wenn wir Butter wollten, war eine Mischung aus Butter und Margarine. Die letzte Butter war die in den Maldiven, die aus Deutschland kam. Lena hat morgen ihren zweiten Geburtstag und für die obligatorische Bananenrollade brauchen wir Butter und Bananen. Zum Glück weiß Lena eh noch nicht was es heißt Geburtstag zu haben, dann verschieben wir den Kuchen um einen Tag.

Aber die Bestellung von Pizza funktioniert perfekt. Zunächst ging auch niemand ans Telefon, aber über Facebook wurde man auf eine Bestellseite weitergeleitet und konnte die Pizza auf eine bestimmte Uhrzeit vorbestellen. Hat richtig gut geschmeckt – eine richtige italienische Pizza!

22. April 2020 / Jutta / n/a

Seetag 3 Richtung Nordwesten

       

Der erste Regen seit Sri Lanka wäscht heute unser Rigg und das Deck. Es regnet zwar nur leicht, dafür aber fast den ganzen Tag. Die Sonne haben wir nur am Morgen kurz gesehen. Hatten wir seit Sri Lanka überhaupt mal einen Tag ohne Sonne pur?

Wind hatten wir heute auch den ganzen Tag über. Und auch das Mittelmeer kann einen ganz schönen Schwell aufbauen. Wir sind das zwar gewöhnt, aber meist war der Schwell viel länger und daher merkten wir es weniger. Eric ist auch richtig schnell unterwegs. Im AIS wird seine Durchschnittsgeschwindigkeit teils mit über 11 Knoten angezeigt. Kurz vor dem Abendessen fiel er zurück, da ihm wahrscheinlich ein Schwert gebrochen ist. Aber er kann zum Glück problemlos weitersegeln. Brindisi hat zum Glück auch eine Werft.

Von der Deutschen Botschaft in Ägypten bekamen wir heute die Bestätigung, dass es richtig war nicht weiter von Ismailia aus auf eine Rückreisemöglichkeit für Herbert zu warten. Sie haben zwei weitere Deutsche und auch die amerikanische Botschaft hat wohl noch andere Segler. Ägypten stellt sich quer. Ohne Einreise keine Ausreise.

Hoffen wir mal, dass es in Italien wirklich problemlos funktioniert.
Morgen kommen wir in Brindisi an.

21. April 2020 / Jutta / n/a

Seetag 2 Richtung Nordwesten

       

Griechenland haben wir zunächst gestrichen: von zwei Werften wurde uns nun mitgeteilt, dass ausländische Yachten bis mindestens 27.4. nicht kommen dürfen. Diesen Termin haben wir zwar nirgends im Netz gefunden, aber wenn zwei das unabhängig voneinander sagen wird das schon stimmen.

Wir laufen erst mal Brindisi an, zumindest wenn die uns jetzt nicht noch eine horrende Preisliste schicken. Die Marina dort ist neu und hat laut den Satellitenbildern von Januar noch reichlich Kapazitäten. Aber eben keine Preisliste im Netz. Brindisi würden wir schon bevorzugen: näher und eine Marina mit Strom und Wasser.

Kalt ist es weiterhin. Wir genießen am Morgen, dass die Heizung einige Zeit läuft. Tagsüber scheint die Sonne und zu acht heizen wir auch kräftig mit und das Kochen und Backen ist sicher auch hilfreich. Eric ist allein und hat keine Heizung , der hat seine ganzen warmen Klamotten an und genießt jeden Sonnenstrahl.