1. August 2020 / Jutta / n/a

Ausräumen

       

Es ist schon beachtlich, was sich in zwei Jahren angesammelt hat bzw. wir an Bord gebracht haben. Auch einige Souvenirs haben sich angesammelt. Legokisten und Bastelzeug wurde aussortiert und wir brachten Taschen über Taschen und Kisten mit unserem Zeug ins Auto. Zum Glück haben wir den Bus da um alles problemlos einzuladen.

Lena war schon etwas mulmig zumute und hatte Angst nicht mitgenommen zu werden. Für sie ist die Alkyone das Zuhause: mit drei Monaten kam sie an Bord, mit 27 Monaten verlässt sie das Schiff wieder. Wir alle sehen unser Haus, unser Zuhause, vor Augen. Für Lena ist alles neu. Wie lange sie ihren Seemannsgang behalten wird? Wer sind diese Fremden, die sich Oma und Opa nennen? Zuletzt haben die Kinder sie in Bonaire vor 1 ½ Jahren gesehen und wegen Corona scheiterte der Besuch in Ägypten.

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31. Juli 2020 / Jutta / n/a

Ankunft in unserem Zielhafen Kalamata

       

Die letzten 15 Meilen unserer Reise. Auch heute wurde noch einmal die Badeplattform Alkyone ausgiebig genutzt. Erst hatten wir keinen Wind, dann rauschten wir mit 8 Knoten unserem Ziel entgegen. Poseidon wurde noch gedankt für die gute Reise und die Ehrenmänner durften auch wieder zu entmannt werden.

Wir waren 715 Tage unterwegs und haben 28.000 sm zurückgelegt. Das sind etwa 51.900 km. Unsere durchschnittliches Etmal (Strecke in 24 Stunden) war ca. 145 sm. Wobei die Spanne beachtlich war: das beste Etmal war 178 sm das schlechteste 102 sm. Den guten Schnitt haben wir vor allem durch unsere schnellen Reisen über den Atlantik und von Galapagos nach Easter Island mit durchschnittlich mehr als 160 sm pro Tag erreichen können. Insgesamt waren wir 193 Tage auf See, also etwa 27% was wiederum bedeutet, dass wir fast Dreiviertel der Zeit am Ankerplatz oder in Häfen verbracht haben.

In den knapp zwei Jahren haben wir 7500l Diesel verbraucht, davon 6500l für die 4500 Motormeilen und ca.1000l für den Generator. Leider ist eine schwere Fahrtenyacht unter Motor was den pro Kopf und 100km Treibstoffverbrauch anbelangt ein nackte Katastrophe (78l auf 100km oder bei einer 7 köpfigen Crew wie wir immer mehr als 10l auf 100km). Rechnet man aber den Verbrauch von 6500l auf die gesamte Strecke (also mit der gesegelten Strecke) dann sind wir bei gerade mal 0,18l pro Passagier auf 100km, damit sind wir zwar noch lange nicht CO2 neutral aber viel besser als alle anderen Verkehrsmittel (mal vom Fahrradfahren oder Zufußgehen abgesehen). Mit den 1000l Diesel für unseren Generator haben wir nicht nur gekocht und (vor allem Brot) gebacken sondern auch 45.000l Seewasser in Trinkwasser verwandelt.

Nun steht ab morgen Aus- und Aufräumen auf dem Plan. Am Montag verlässt der weibliche Teil der Crew das Schiff und fliegt voraus nach München.

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30. Juli 2020 / Jutta / n/a

Von Porto Kagio nach Koroni

       

Heute ging es von Porto Kagio nach Koroni: die letzte „längere“ Strecke: 49 Meilen. Trotzdem genossen wir noch ausgiebig das Baden in der Bucht bevor wir dann am Mittag ablegten.

Von der Ruhe her war der Liegeplatz noch einmal eine Erinnerung an unruhige Ankerplätze: der Schwell ist beachtlich. Wir fühlen uns fast wie in Pitcairn oder Galapagos. Wie lange ist das schon her?! Wie schnell verging die Zeit. Wahnsinn.

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