17. August 2019 / Jutta / n/a

Verlassen in Vuda

       

Ich fliege heute nach München. Eine lange Reise. Um halb zwei kommt das Taxi, Abflug um 16 Uhr, 30 Stunden später Ankunft in München.
Zum Frühstück eröffnete uns Cyrill noch, dass er auch morgen früh schon fliege, nach USA um ab Montag dort zu arbeiten. Mist. Hatte ich doch den Flug extra jetzt noch gebucht, da Hansi dann nicht ganz allein ist mit fünf Kindern. Er hatte mir zwar immer angeboten jederzeit von ihm aus fliegen zu können, aber einfacher wäre es schon mit Unterstützung. Gut, Aldivi ist noch einige Tage da, Polarwind kommt auch wohl heute oder morgen. Aber Lena ist immer noch da. Klar schafft er das, da hab ich gar keine Zweifel, aber Stress ist es doch.
Tobias ist gestern noch gestürzt und hat sich gescheit das Handgelenk verstaucht. Läuft jetzt mit Gipsschine rum. Vielleicht ordern sie am Montag doch einen lokalen Arbeiter zum Streichen. Bei den Studenlöhnen hat man schon fast ein schlechtes Gewissen: 8 Fijidollar.

Taxifahrer Boby wartete schon auf mich, wenn ich in 10 Tagen wieder ankomme wird er mich auch am Flughafen erwarten. Zum Glück war ich auf Babys anraten schon zwei Stunden vor Abflug am Airport, da ich gerade noch zum Ende des Boardings ans Gate kam. Zunächst musste bei der Gepäckaufgabe der Virginaustralian geklärt werden wie das mit dem zweiten Gepäckstück (dem nicht mehr an Bord benötigten Surfsegel) klappt, da ich das nicht vorab gezahlt hatte und bis Australien angeblich das Stückprinzip gilt und dann das Gewichtsprinzip (bis zu 30kg mit bis zu 10 Gepäckstücken). Aber es durfte dann doch kostenlos mitfliegen, musste nur vom Boss autorisiert werden – die längste Strecke zählt und die fliegt die Etihad von Sidney über Abu Dhabi bis München. Anschließend hatte ich dann Probleme bei der Passkontrolle: als er meinen Ausweis einlas erschien keine Einreise im Computer. Und er begutachtete den Einreisestempel in meinem Pass immer wieder erneut, als würden ihm dann neue Erkenntnisse kommen. Ich bin gestern per Schiff eingereist. Jaja, aber dann brauche er die Schiffspapiere. Ohne die könne ich nicht ausreisen. Die Registrierungsnummer des Schiffes wenigstens. Ich bin aber nicht Hansi und hab nicht alles im Kopf und auch nicht auf dem Rechner. Zum Glück spuckte mir dann der Finder des Macs bei der Eingabe MMSI-Nummer die wegen der Website-Sicherung auf meinem Rechner abgelegte Gebrauchsanleitung der Alkyone aus. Puh. Glück gehabt. Das alleine kostete mich fast eine halbe Stunde und Boarding war bereits eine ¾ Stunde vor Abflug beendet! Obwohl vorher schon eine Sicherheitskontrolle war wurden dann alle Taschen des Handgepäcks noch einmal von einigen Beamten direkt nach dem Gate und vor dem Flieger nach Flüssigkeiten durchsucht. So genau wurde ich noch nie durchsucht.
In Australien musste ich zum Glück nicht einreisen, denn sonst hätte ich meinen mitgebrachten Blumenkranz von gestern wahrscheinlich abgeben müssen. Endlich, wenn auch nur für den kurzen Aufenthalt, mal schnelles Internet. Ich hab die E-Mails seit Tonga empfangen und konnte sogar eine 27MB-Datei in en paar Sekunden downloaden. Wie genügsam man doch wird. Nicht umsonst hab ich die Navioncis-Seekarten dabei um sie in Deutschland bei gutem Internet upzudaten und muss es nicht über die langsamen Verbindungen in Marinas versuchen. Nach insgesamt 31 ¼ Stunden Flugzeit werde ich morgen in München landen.

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