Artikel der Kategorie "Weltumsegelung"

29. März 2020 / Alkyone / kommentieren

Wie wird es weitergehen?

       

Gute Frage derzeit. Wohin sollen wir segeln?

Nach Suez dürfen wir, die Marina sei weiter offen, aber wohin dann? Israel ist zu, Zypern und Griechenland ebenso. Die Schiffe dürfen ihr jeweiliges Heimatland anlaufen. Für ein Schiff unter deutscher Flagge mag das unter Umständen noch gehen, aber sicher auch nicht Nonstop von Suez. Aber ein Schweizer hat da ein echtes Problem!

Die Schironn kam gestern in Zypern an. Es wurde nur ein Emergency Stop für 48 Stunden erlaubt und sie würden die Polizei schicken um zu überprüfen, ob ihre Maschine tatsächlich defekt sei. Die kam aber erst mal nicht. Aber was danach? In Luft auflösen?
Morgen ist jemand von der Deutschen Botschaft erreichbar, aber leider nicht vor Ort. Wegen Corona ist die Deutsche Botschaft geschlossen. Klasse.

Die Herren waren heute eifrig und haben unter anderem da Großfall getauscht. Die Klüverschot ist morgen dran. Hansi hat die Seiten des Revierführers von John gescannt. Es gibt immer was zu tun.

Der Wind war heute, wie vorhergesagt, noch ein bisschen stärker, als gestern. Meist um die 25 Knoten, nicht schlimm, aber definitiv nichts gegen das man aufkreuzen oder Motoren möchte. Gut, dass wir schön geschützt hinter dem Riff liegen.

29. März 2020 / Alkyone / kommentieren

Wie wird es weitergehen?

       

Gute Frage derzeit. Wohin sollen wir segeln?

Nach Suez dürfen wir, die Marina sei weiter offen, aber wohin dann? Israel ist zu, Zypern und Griechenland ebenso. Die Schiffe dürfen ihr jeweiliges Heimatland anlaufen. Für ein Schiff unter deutscher Flagge mag das unter Umständen noch gehen, aber sicher auch nicht Nonstop von Suez. Aber ein Schweizer hat da ein echtes Problem!

Die Schironn kam gestern in Zypern an. Es wurde nur ein Emergency Stop für 48 Stunden erlaubt und sie würden die Polizei schicken um zu überprüfen, ob ihre Maschine tatsächlich defekt sei. Die kam aber erst mal nicht. Aber was danach? In Luft auflösen?
Morgen ist jemand von der Deutschen Botschaft erreichbar, aber leider nicht vor Ort. Wegen Corona ist die Deutsche Botschaft geschlossen. Klasse.

Die Herren waren heute eifrig und haben unter anderem da Großfall getauscht. Die Klüverschot ist morgen dran. Hansi hat die Seiten des Revierführers von John gescannt. Es gibt immer was zu tun.

Der Wind war heute, wie vorhergesagt, noch ein bisschen stärker, als gestern. Meist um die 25 Knoten, nicht schlimm, aber definitiv nichts gegen das man aufkreuzen oder Motoren möchte. Gut, dass wir schön geschützt hinter dem Riff liegen.

27. März 2020 / Alkyone / kommentieren

Zwischenstopp am Abu Galawa Reef

       

Alles nicht so einfach mit diesem blöden Virus. Gestern hat uns Alejandro gefragt, ob man eigentlich ein Visum für Ägypten braucht – früh dran, dachten wir noch. Aber da er deshalb den Agenten in Port Ghalib anmailte erfuhren wir dann über ihn, dass Port Ghalib seit gestern Abend für neue Yachten geschlossen ist. Port Ghalib ist privat und alle nicht staatlichen Marinas wurden ab gestern geschlossen. Nächster Hafen wäre Hurghada, aber da schwirren Gerüchte über irre Preise im Netz herum (wir sprechen hier von $1000 Gebühren) und das wollen wir nicht testen. Wir haben genug Vorräte um langsam bis nach Suez hoch zu segeln und die Zeiten mit Nordwind hinter irgendwelchen Riffen zu verbringen. Tauchen können wir sicher auch sehr gut zumal wir an den Tauchplätzen allein sein dürften. Kommerzielle Tauchschiffe dürfen ja nicht mehr raus 🙂 Falls Oddity wirklich der Diesel ausgeht könnten wir noch einmal 80 Liter ohne Probleme opfern, das einzige Problem könnte Eric sein, der für seine beiden Außenborder, mit denen der Kat angetrieben wird, ja Benzin braucht. Aber Eric segelt sehr gut und wir haben ja Zeit. Für Herbert war es Glück im Unglück, dass sein Flug ab Marsa Alam storniert wurde. So kann er in Ruhe schauen, wie der dann von Kairo (ab Suez) aus nach Deutschland fliegen kann.

Noch ist der Suezkanal offen, noch werden Yachten durchgelassen. Der Panamakanal hat die Passage für Yachten ausgesetzt. Die Schironn ist gerade erst durch den Suezkanal gefahren und jetzt auf dem Weg nach Zypern. Das werden wir dann wahrscheinlich auch so machen, wenn sich die Lage nicht ändert. Israel macht wenig Sinn, wenn wir dort erst 14 Tage Quarantäne an Bord abwarten müssen um dann wegen der Ausgangssperre auch nichts machen zu können. Wenn sich die Lage nicht ändert könnten wir uns nicht mal mit der Familie Brogmann treffen. Sehenswürdigkeiten werden sicher das letzte sein, das wieder auf macht. Wir hatten uns so auf Ägypten und Israel gefreut 🙁

Wir kamen sehr gut voran und sind das Stück bis zu unserem Ankerplatz am Abu Galawa Reef fast nur gesegelt. Wir müssen ja unseren Diesel sparen. Wieder liegen wir fünf Yachten zusammen. Ein witziger Platz, wenn man rundum schaut meint man, dass wir mitten im offenen Meer ankern. Um uns herum ist Riff – keiner kann uns überfahren, die Wellen brechen sich. Und doch sieht man weit und breit nichts außer Wasser.

26. März 2020 / Alkyone / kommentieren

Weiter nach Norden

       

Das ägyptische Militär, das direkt in unserer Ankerbucht stationiert ist, hat sich nicht sonderlich für uns interessiert. Gestern beim Einlaufen wollten sie wissen wo wir herkommen, welche Flagge wir fahren und warum wir hier halten wollen. Dann war alles gut und sie haben sich nicht mehr gemeldet. David kam sogar noch um elf Uhr abends in die Bucht zu uns und wurde nicht mal angefunkt. Eric wäre auch erst mitten in der Nacht angekommen und hat nur die Navionics-Karten. Wir haben die Einfahrt über die Satellitenfotos von Google und Bing geprüft und so unsere Route quer über die Stellen gelegt, wo laut Navionics Untiefen sind, aber wenn man nach den Karten fahren würde würde man auf Grund laufen. Dass die Karten hier nicht so sonderlich verlässlich sind wussten wir und genießen daher die Satellitenfotos.

Der Adlerhorst ist eines der Leuchtfeuer zu der Einfahrt von unserem Ankerplatz. Von unserem Ankerplatz zumindest blinkte nichts 😉

Gegen Mittag ließ der Nordwind langsam nach und wir machten und auf den Weg von Marsa Halaib weiter Richtung Norden. Wir werden wohl zwei Zwischenstopps machen bis wir nach Port Ghalib kommen, da es sonst zu stressig wird. Am Wochenende, ab morgen Abend, ist erst einmal ein starker Nordwind angesagt, den wir an einem schönen Ankerplatz verbringen möchten und dann möchten wir am Sonntag oder Montag einen Ankerplatz weiter fahren und auch dort noch einmal tauchen. Ab 30.3. dürfen wir nach Port Ghalib einlaufen, aber dann ist es auch sicher nicht schlimm, wenn wir erst am 31.3. oder 1.4. ankommen.
Wir werden eine der ersten Yachten des neuen Schwungs sein. Scotia, die in Suakin war, darf angeblich ab dem 6.4. kommen und wir sehen und hören immer mehr Segelschiffe, die Richtung Norden unterwegs sind.

Anfangs hatten wir den Wind schwach noch von Nord, langsam dreht er auf Süd und soll im Laufe der Nacht stärker werden so dass wir gut vorankommen werden und morgen am Nachmittag am Abu Galawa Reef ankommen.

25. März 2020 / Alkyone / kommentieren

In Ägypten sind wir schon mal

       

Beziehungsweise kommt es darauf an wen man fragt. Laut Ägyptern sind wir ab dem 22. Breitengrad in Ägypten, laut den Sudanesen ist das noch sudanesisches Gebiet. Wo wir aber heute Abend kurz vor Sonnenuntergang vor Anker gegangen sind wird vom ägyptischen Militär kontrolliert, also zählen wir es zu Ägypten. Hier bleiben wir nur bis der jetzt doch deutlich später einsetzende und auch sehr viel schwächer ausfallende Nordwind wieder weg ist und werden also morgen Mittag wieder weiterfahren. Aldivi und Oddity sind auch da, Hummingbird Wings und Thor segeln langsam und werden erst nachts vorbeisegeln. Wir treffen uns am nächsten Ankerplatz auf dem Weg nach Port Ghalib. An den nächsten Ankerplätzen schaut es auch so aus als ob man gut tauchen gehen kann.

Bis heute Früh liefen die Maschinen 22 Stunden durchgehend. Anders kommen wir kaum voran Richtung Norden. Das Rote Meer, ich weiß. Unseren tollen Segelschnitt, den wir über die gesamte Reise angesammelt hatten versauen wir durch die paar Meilen zum Glück nicht komplett.

Herbert hat nun final erfahren, dass sein Rückflug ab Marsa Alam am 11. April nicht fliegt. Wie er nach Hause kommt ist derzeit von hier aus leider nicht zu erfahren. Die anderen Schiffe diskutieren Möglichkeiten um ab Ägypten per Schiff weiter zu kommen. Israel scheint eine Option zu sein, aber nicht gerade günstig. Griechenland wäre für alle die nächste Anlaufstelle, aber als Nicht-EU-Bürger ist es angeblich schwierig einzureisen. Bisher sind die Maßnahmen nicht zeitlich begrenzt, aber ewig können sie sie wohl nicht aufrecht erhalten.

24. März 2020 / Alkyone / kommentieren

Weiter nach Ägypten – Seetag

       

Wir kämpfen uns weiter Richtung Norden. In der Nacht sind wir einige Zeit gesegelt, seit dem frühen morgen ist nun schon wieder die Maschine am Brummen. Zum Glück können wir dies zwar im Gegensatz zu Hummingbird Wings oder anderen Yachten, aber segeln ist schon wesentlich schöner!

Der Wetterbericht sagt für morgen ab Mittag wieder einen starken Nordwind an vor dem wir uns in eine Bucht flüchten wollen. Oddity hat mit der Marine in Port Ghalib nochmal abgesprochen und wir dürfen unsere Quarantäne „anywhere in Egypt“ vor Anker abfeiern. Zum Glück sind es ja nur wenige Tage, die wir warten müssen bis wir ab Dschibuti die 14 Tage voll haben. Die Leute, die in Suakin sind haben da schon deutlich mehr Zeit zu überbrücken.

Ganz im Gegensatz zu ihrem Vater findet es Lena spitze, dass die Kaffeemaschine seit Dschibuti kaputt ist. Heute haben die Herren einen neuen Versuch gestartet die Maschine wieder gängig zu machen, aber bisher leider ohne Erfolg. Sie muss wohl doch komplett auseinander gebaut werden. Lena sitzt liebend gerne in dem Fach, wo normalerweise die Kaffeemaschine wohnt. Sogar kardanisch, welch ein Luxus!

23. März 2020 / Alkyone / kommentieren

Weiter Richtung Ägypten

       

Am Morgen hat Hansi erst einmal auf der Aldivi das Problem mit der heiß werdenden Welle gelöst. Eine Wasserkühlung für die Stopfbuchse musste in den Rumpf gebohrt werden. Dazu musste Hansi trotz der Warnung der Navi hier wegen der Tigerhaie nicht zum Schwimmen unters Schiff tauchen. Es dauerte alles viel länger als ursprünglich gedacht, aber schließlich ist alles dicht und die Kühlung perfekt.

An Land sahen wir heute wieder die vielen Kamele und einige Flamingos davor im Uferbereich. Schade, dass wir ausdrücklich nicht an Land dürfen und uns daher auch nicht trauen mit den Dingis näher ans Ufer zu fahren. Dank Ferngläsern und Teleobjektiv können wir sie wenigstens etwas näher zu uns zoomen.

Nach und nach verließen Hummingbird Wings, Oddity, der Australier und schließlich dann um halb vier Nachmittags dann wir gemeinsam mit Thor und Aldivi den Ankerplatz. Ziel ist im Süden Ägyptens zu ankern und unsere Quarantänezeit abzuwarten. Vor 30.3. dürfen wir nicht in den Hafen von Port Ghalib bzw. in keinen Hafen.

Viele Gerüchte schwirren herum. Laut anderen Yachties sei Port Suakin geschlossen, die sudanesische Marine weiß das aber nicht. Aber ist uns eh egal, wir wollen nach Ägypten. Debbie hat von jemandem die Info bekommen, dass Ägypten ab Anfang April wieder normal angeflogen werden würde. Herbert bangt noch um seinen Rückflug am 11.4., aber wir sind alle ganz entspannt. Auch er sieht es recht entspannt: schlimmsten Falles muss er noch länger mit uns durch die Gegend schippern. Oddity muss im Mai zuhause in England sein, da John dann wieder dort arbeitet. Ob sie von Griechenland aus zurückkehren können oder das von Israel aus machen müssen? Wir werden sehen.

Es wird langsam kälter, vor allem nachts. Die Kinder freuten sich, dass Hansi mal wieder an die Stauräume unter den Betten im Achterschiff musste und ihnen die Bettdecken rausholte.

Nun motoren wir stampfend erst einmal wieder gegen den Wind Richtung Norden. Es hat ganz schönen Schwell. Sehr unangenehm. Heute Nacht sollte es einigermaßen Wind zum Segeln haben. Das Rote Meer hat es in sich und in Zeiten von Corona ist es doppelt doof. Andererseits haben wir es hier echt extrem gut: wir dürfen uns relativ frei mit dem Schiff bewegen, haben immer noch sehr gut gefüllte Vorratsschränke und die Stimmung ist gut.

22. März 2020 / Alkyone / kommentieren

Zwischenstopp mit Arbeitstag

       

Den Zwischenstopp in Khor Nawarat nutzen alle Yachten um nötige Reparaturen durchzuführen. Hansi checkte auch unsere beiden Maschinen. Unsere Überhitzung der einen Maschine hatten wir ja schon in der Nacht auf dem Weg hierher gelöst: es hatte sich das Seegras komplett als Klumpen um die Propeller gewickelt, was Hans mitten in der Nacht mit einem kurzen Tauchgang auf See löste. Sonst ist auch alles in Ordnung bei uns.
Bei Aldivi muss Hansi etwas mehr arbeiten. Schon länger hat er das Problem, dass eine der beiden Maschinen heiß wird. Heute haben sie alle Vorbereitungen getroffen um das dann morgen fertig zu machen.

Die Nachricht des Naval Officers kam noch einmal, dass wir auf unserem Ankerplatz noch weiter geduldet werden von seinen Chefs aus, er absolut unsere Lage verstehe, dass wir bis morgen bleiben wollen. Da wir Bedenken hatten, dass sie uns heute vormittag verscheuchen könnten haben wir Prioritäten gesetzt und die wichtigsten Dinge zuerst erledigt. Diesel können sie leider doch nicht zu uns bringen und nach Suakin wollen wir nicht, da wir davon ausgehen, dass die Quarantäne für Ägypten von Neuem anfangen würde, wenn wir dort einklarieren würden. Macht ja auch Sinn. Zudem haben Andrés Bekannte mitgeteilt, dass Port Suakin geschlossen sei, aber das spricht ja nur für unsere Entscheidung.

Daher haben wir uns mit parallel zur Aldivi gelegt und aus unseren Tanks 200 Liter zu ihnen umgepumpt. Vorher hatten sie noch eine neue Messmethode (mit unserer Scheißespirale, wenn unser Ablauf des Scheißetanks verstopft ist) für Alejandro entwickelt, da er seine Tankanzeige nicht funktioniert und er dadurch keine Ahnung hat wie leer seine Tanks sind. 350 Liter frisches Wasser bekam Aldivi auch noch, da sie mit ihrem Wassermacher nur schwer Wasser machen können und die in Dschibuti ihm die Tanks leider nur halb voll gemacht hatten. Herbert hat auf der Thor geholfen die Schläuche des Heißwassersystems dicht zu bekommen.

Am Nachmittag kam dann die Aldivi noch einmal zu uns um einen Hefezopf zu verspeisen und am Abend hatten wir Full House: David von der Thor, John und Debbie der Oddity und Eric kamen zu uns um gemeinsam mit uns Erics Fischvorräte zu reduzieren. Perfekt gegrillten Thunfisch und Barrakuda gab es.

Morgen wollen wir nachdem der Wind schwächer wird weiter Richtung Ägypten. Noch vor Port Ghalib gibt es Ankerplätze, wo wir gemeinsam die restlichen Tage unserer Quarantäne abwarten werden.

21. März 2020 / Alkyone / kommentieren

Dschibuti – Schauen wir mal Zwischenstopp

       

Um halb zwei Uhr morgens ankerten wir neben Aldivi, Oddity und Thor in der Bucht Khor Nawarat im Süden des Sudans. Der Agent aus Suakin hatte uns diesen Platz empfohlen, zudem wir in Suakin auch nur Ankern können und bis 30.3. wegen der Quarantänebestimmungen nicht an Land dürfen.

Am Morgen versuchen wir Eric der Hummingbird Wings anzufunken, den wir auch immer noch nicht im AIS sahen und uns auch jetzt nicht hörte. Dafür antwortete uns ein Schiff, das wir schon aus Dschibuti kennen. Sie seien in Suakin, alles sei so klasse, sie würden mit allem perfekt versorgt werden und hätten aus Port Ghalib die Zusage bekommen, dass keine Quarantäne in Ägypten auf sie zukäme, obwohl sie in Suakin einklariert haben. Wir haben die klare Ansage, auch aus Port Ghalib, dass wir egal ob von Dschibuti oder Sudan immer 24 Tage Quarantäne einhalten müssen und bitte nicht vorher nach Port Ghalib kommen, da sie uns nicht in den Hafen lassen dürfen. Wir müssen vorher ankern.

Hansi klärt einiges mit Aldivi und Oddity und kurz nachdem wir die Hummingbird Wings im AIS entdecken hören wir über Funk, dass Eric mit jemandem funkt. Er könne erst stoppen, wenn er die Segel geborgen hat und dass er sie natürlich an Bord ließe. Er würde da hinter in die Bucht wollen, wo schon 4 andere Boote ankern, mit denen er gemeinsam unterwegs ist und habe auch ein Problem mit seinem Rigg, das er beheben müsse. Schnell wurde also klar, dass es ein Kontrollboot war, zumal auch eines hier am Ankerplatz auftauchte mit schießbereitem Maschinengewehr an Deck. Zunächst hörten wir aber immer nur Eric und nicht die Gegenseite. Das kleine Boot kontrollierte Oddity und dann den australischen Einhandsegler Bob, der sich inzwischen zu uns in die Bucht gesellte.

Das große Kontrollboot der sudanesischen Marine kam mit Hummingbird Wings zu uns in die Bucht, die Schiffsführer wurden gebeten per Dingi zu ihnen zu kommen. Per Funk klang der Offizier ziemlich negativ, aber als sie dann schließlich nach und nach zu den Booten kamen waren sie außerordentlich freundlich. Der Chef sagte sogar zu seinen Leuten sie sollen ihre Waffen hinter ihrem Rücken verstecken wegen der Kinder. Sie wollten Kopien der Schiffspapiere und der Pässe. Alle, auch die Leute in Zivil auf den Booten sprachen perfekt Englisch. Der Chef erklärte uns, dass er sechs Jahre in Pakistan lebte um seinen Master in Technical Engineering zu machen und daher so gut englisch könne, er aber zu unsrem Erstaunen nie in England war.

Die Marine verstand unsere Situation mit dem Wind von vorn und Mschinenproblemen, den Problemen mit der Quarantäne etc. und dass wir daher gemeinsam zwei Tage bis Montag hier bleiben wollen. Sie boten uns sogar die Versogung mit frischen Lebensmitteln an, was zum Glück keiner von uns benötigt und wollen die anderen Schiffe mit Sprit versorgen. Sie melden sich dazu morgen früh, auch was das Headquarter dazu sagt, dass wir hier liegen. Es sei sein persönliches Anliegen uns zu helfen. Sehr beeindruckend alle.

Wir sollen auf uns aufpassen, die Marine sei immer auf Kanal 16 erreichbar. Sie waren wohl anfangs besonders vorsichtig mit uns, da erst vor kurzem hier ein Vorfall mit Uran- und Goldschmugglern in ein Waffengefecht mündete. Nicht schön zu hören, aber der Süden Sudans an der Grenze zu Eritrea gilt als sehr unsicher.

Am Abend halfen Hansi und Herbert noch Eric die Probleme mit seinem Vorstag zu lösen und besprachen mit Aldivi das Vorgehen zum Lösen ihres Maschinenproblems. Eric aß noch mit uns. Wir sind eine nette Gruppe hier.

20. März 2020 / Alkyone / kommentieren

Dschibuti – Schauen wir mal 4. Seetag

       

Es ist schön, dass wir nicht alleine unterwegs sind und wir alle fünf Boote im Prinzip in einem Boot sitzen, wie man so sagt. Täglich schreiben wir oder hören sogar über Funk voneinander. Aldivi ist weit vor uns, Oddity hat unseren Kurs ein paar Meilen vor uns heute gekreuzt, Thor ist im Prinzip gleich auf und die Hummingbird Wings ist ein Stück hinter uns. Wir sind alle von den Quarantänebestimmungen betroffen.

Wir alle wollen heute Abend den Ankerplatz Khor Nawarat im Süden des Sudans erreichen, den die Oddity ausfindig gemacht hat. Wir freuen uns auf Ruhe und Erholung vom Am-Wind-Segeln und natürlich auf das Zusammensein mit den Anderen. Aldivi ist schon dort, hatten ja einen ganz schönen Vorsprung rausmotort. Kein Seegang, nur Wind dort und am Ufer viele Flamingos und einige Kamele.

Die letzte Nacht war sehr unruhig. Wir setzen hart in die Wellen ein, immer wieder ein kurzes Gefühl der Schwerelosigkeit. Auch heute morgen ist das Frühstück trotz kardanischem Tisch keine leicht Aufgabe. Beim Einsetzen in die Welle rutscht alles, was nicht auf einer Matte steht nach vorn und hinten.

Herbert verbrühte sich den Fuß in der Küche, als die unglücklich abgestellte Teekanne von Tisch fiel und der Deckel absprang. Zum Glück scheint es nicht allzu schlimm zu sein, aber für die nächsten Tage fällt Herbert leider aus.

Das Meiste segeln wir. Am Abend gibt es als Gemeinschaftswerk einen Apfelstrudel: die Kinder schälen und schneiden mit Herbert 20 Äpfel, Lena hilft futternd mit. Bei 30 Grad Lage keine einfache Aufgabe.