Artikel der Kategorie "Weltumsegelung"

16. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Australien – Indonesien – 7. Seetag

       

Am Morgen war der Wind dann wieder weg, exakt wie gestern auch schon. Das Etmal fiel auch mit 118 Meilen geringer aus. Am Nachmittag dümpelten wir einige Zeit dahin – zu viel zum Motoren, zu wenig zum Segeln. Blöd. Wenn wir die Berichte von Aldivi und Mirabella lesen, dann geht es uns nicht schlecht. Auch sie kämpfen mit dem wenigen Wind und wir haben noch die größten Dieselvorräte, die Mirabella muss mit ihren 250 Litern wirklich gut haushalten. Aber ihr Abstand zu uns hat sich verringert, so gehen wir davon aus, dass Aldivi tatsächlich am Samstag in Kupang ankommt, Mirabella am Sonntag und wir übermorgen (Freitag).

Antonia erlitt heute den Schreck ihres Lebens und der leidtragende Gecko sicher auch. Er saß wohl im Gewinde unserer Sodaclub-Maschine und als Antonia eine Flasche sprudelte schwamm mit einem Mal der Gecko darin rum. Wir leerten schnell die Flasche und er macht trotz der Kohlendioxidüberdosis und dem halben Tod durch Ertrinken einen fitten Eindruck. Hoffen wir mal, dass er nicht an Langzeitfolgen stirbt.

Über unsere „Hundeleine“, die Lena immer umgelegt bekommt, sobald sie ins Cockpit kommt, haben sich schon einige amüsiert. In französisch Polynesien erklärte uns eine französische Familie, dass ihr nur ein paar Monate älteres Kind nicht mal eine Schwimmweste bräuchte, da es verstehe wann es gefährlich sei. Bei Lena sind wir uns sicher, dass sie es nicht versteht. Uns zumindest bleibt bei solchen Aktionen, wie auf dem Foto fast das Herz stehen und wir überprüfen regelmäßig, ob die Knoten auch noch gut fest sind.

15. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Australien – Indonesien – 6. Seetag

       

Am Morgen war der Wind dann weg, wie erwartet. Also sind wir 32 Meilen motort bis dann mittags wieder ein bisschen Wind kam. Ohne unseren reparierten Spi wären wir echt aufgeschmissen. Obwohl wir selbst mit ihm teils nur so 3-4 Knoten laufen – bei etwa genausoviel scheinbarem Wind – haben wir heute ein Etmal von 132 vorweisen können, gestern und vorgestern waren es nur 117, davor 99 – wir steigern uns. So könnte es weitergehen 🙂

Immer wieder sehen wir große Delfinschulen. In der Ferne war eine ganz große zu sehen, uns begleiteten heute Vormittag etwa zehn Tiere eine Weile. Egal wie oft sich unsere Wege kreuzen, wir sind jedesmal begeistert, wenn wir sie sehen. Lange hatten wir keine mehr gesehen, hier in der Timorsee scheinen sie sich wohlzufühlen.

14. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Australien – Indonesien – 5. Seetag

       

Auch heute haben wir einige Meilen, 30 um genau zu sein, per Motor zurückgelegt – es hat gleich noch weniger Wind als gestern. Am Abend dann kam doch noch einmal schön Wind, so dass wir sogar den Spi bargen und durch den Klüver ersetzten.
Mit Aldivi und Mirabella tauschen wir uns weiterhin täglich über die Positionen und die Situation an Bord aus. Auch sie jammern natürlich über den wenigen Wind. Etwas schade ist, dass sie weiter so weit hinter uns sind und nicht viel aufholen. Mirabella werden wir in Kupang zum ersten Mal richtig kennenlernen. Der Kontakt entstand ja durch eine Facebookgruppe für segelnde Familien und durch Zufall lagen sie dann im selben Hafen wie Aldivi.

Wir haben es tatsächlich geschafft früher auszustehen und die kühlen Morgenstunden zum Lernen zu nutzen. Sogar Lena wollte noch in ihrem Stühlchen sitzen bleiben und in Antonias altem Matheheft malen. Schaut echt intelligent aus, als könnte sie schon perfekt das Einmaleins bevor sie überhaupt sprechen kann.

Am Freitag erwarten wir in Kupang einzutreffen. Wir sind gespannt wie das Einklarieren dort klappt. Wenn dann zumindest Aldivi und Mirabella angekommen sind werden wir bald darauf weiter in Richtung Komodo und Lombok reisen.
Unsere Uhrzeit haben wir schon wieder umgestellt: Wir sind Deutschland nun nur noch 7 Stunden voraus, wenn wir in Kupang ankommen sogar nur noch 6 Stunden. Langsam wird es wieder einfacher zu telefonieren!

13. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Australien – Indonesien – 4. Seetag

       

Am Abend ist Hansi der Geduldsfaden gerissen – es hatte keinen Wind mehr bzw. keinen mehr, dass wir weiter manövrierfähig gewesen wären. Also motorten wir ein Stück, dann segelten wir wieder, dann nochmal motoren. Als wir den aktuellen Status der Aldivi lasen stellten wir fest, dass wir noch Glück hatten und uns nicht wirklich beeilen müssen: Aldivi hat bereits 40 Stunden unter Motor hinter sich (wir haben 45 Meilen) und dabei nicht einmal zu uns aufgeholt. Noch schaut es so aus, dass wir weiter als erste in Kupang eintreffen, Aldivi einen Tag später und zwei Tage nach uns die Mirabella eintrifft. Von Polarwind haben wir keine Positionsmeldung, daher vermuten wir, dass sie noch ein bisschen nach Mirabella ankommt, je nachdem wie viel sie motort sind.

Ansonsten genießen wir die Ruhe an Bord – kein Seegang, einfach über das ruhige Meer gleiten. Ok, Ruhe vor allem, wenn der Motor dann wieder aus ist.
Wir lassen es uns nicht schlecht gehen: gestern gab es Krapfen und abends Tims Fisch als Fischstäbchen, heute bayrischen Apfelstrudel. Was will man mehr, vom Wind mal abgesehen?

12. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Australien – Indonesien – 3. Seetag

       

Mäßig schnell kommen wir voran – erstaunlich, dass wir dennoch ein Etmal von fast 100 Meilen zusammenbekommen.
Auch heute wieder waren die Kinder im Pool: ein paar Pützen voll Wasser und fertig. Allerdings mussten sie sich ein wenig gedulden, da auf der Wasseroberfläche lange Zeit eine gelbliche Brühe rumschwamm, richtige Teppiche. Die Biologin im Reef Teach erklärte uns, dass das die Korallen ausscheiden, wenn sie sich fortpflanzen. Lecker.

Ein paar Tage müssen wir uns noch gedulden mit dem geringen Wind. So viel Wind, wie wir die letzten Monate hatten, und vor allem den großen Schwell dazu, werden wir wohl länger nicht mehr haben. Wir genießen die Ruhe im Schiff. Allerdings ist es auch recht warm geworden.

In Singapur wird es uns sicher auch nicht frieren, da sind die Kinder und ich von 24. November bis 8. Dezember allein – im Republic of Singapur Yacht Club. Nach der Internetpräsenz schaut es echt cool aus und es war – man glaubt es kaum – die absolut billigste Möglichkeit in Singapur zu verweilen. Die Preise sind deutlich unter denen von Cairns oder anderen Liegeplätzen. Und so werden wir Singapur unsicher machen – ein bisschen zumindest. Hoffentlich sind wir nicht die ganze Zeit allein dort. Oma und Opa können ja krankheitsbedingt nicht kommen, vielleicht überschneidet sich unser Aufenthalt ein bisschen mit denen von Aldivi, Mirabella oder Polarwind.

11. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Australien – Indonesien – 2. Seetag

       

Der Wind ist mäßig, wir dümpeln mit Spi vor uns hin. Es reicht teils gerade, dass wir noch gut manöverierfähig sind.

Auch ist es endlich warm. Der Übergang von „zu kalt“ zu „zu warm“ ist leider schnell passiert. Das Außenthermometer zeigt 28 Grad an, innen 32, da macht Schule nicht mehr wirklich Spaß. Wir haben beschlossen die Tage etwas früher anfangen zu lassen, bzw. haben die Mädels das sogar beschlossen, da es morgens noch kühler ist. Wenn nur das Aufstehen dann nicht wäre 🙂 Fast wie zuhause.

Von Aldivi haben wir ne Mail bekommen – sie sind immer noch einen Tag hinter uns. Ihre Windanlage scheint Seevögel anzulocken, denn sie haben innerhalb eines Etmals wohl vier Vögel mit nur einem Generator gekillt. Wir haben bisher nur einen Todesfall auf der Reise zu beklagen. Und die Mirabella muntert Hansi bezüglich Angeln auf: auch sie bekommen den Fisch nicht immer an Bord.

Am Nachmittag gab es ein erfrischendes Salzwasserbad im bordeigenen Pool – wer kann da schon mithalten?

10. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Australien – Indonesien – 1. Seetag

       

Wie angekündigt lässt der Wind nach. Dank unseres in Tonga geflickten Spies kommen wir auch so noch relativ gut voran. Die Position heute ist aber die von 18 Uhr, also nicht täuschen lassen. Wir genießen jedoch die ruhige See, nicht mehr das große Geschaukel vom Atlantik oder Pazifik. Aber wann hatten wir für längere Zeit mal wenig Wind? Seit Galapagos nur noch auf dem Weg nach Fidschi. Sonst bließ es immer heftig.
So findet auch auf See endlich wieder geregelter Schulunterricht statt. Auf den letzten Strecken mussten wir das oft hinten anstellen, da es uns so durchschüttelte.

Wir hatten geplant, dass die Großen in Bali einen Tauchkurs machen können, doch die Tauchschule, die wir ins Visier genommen hatten, ist leider ausgebucht. Nun müssen wir uns nach Alternativen umsehen. Nicht so leicht, wenn man offline ist. Zur Not müssen wir dann vor Ort schauen.

Im Moment planen wir doch erst einmal nach Kupanng zu fahren, da dort auch die anderen drei Schiffe hin wollen und wir aus Gili Gede immer noch nichts gehört haben. Die Australier waren ja äußerst responsiv, wenn man ihnen was geschickt hat. Vielleicht ist es auch nur eine andere Mentalität? Wobei die Marina in Gili Gebe angeblich irgendwie mit Australien verbandelt ist. Naja, wenn wir nicht sicher wissen, dass es dort funktioniert, dann macht Kupang durchaus Sinn, da wir sonst nicht nach Lombok können sondern direkt nach Bali müssten. Also erst einmal wohl Kupang.

9. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Abschied von Australien

       

Stück für Stück nehmen wir Abschied von Australien. Cairns hat es uns versucht leicht zu machen indem es bei unserem Ablegen regnete und so gar nicht zum Baden und zu Ausflügen einlud. Cooktown war zwar eine echt schöne und interessante Stadt, aber zum längeren Verweilen lud sie dann doch nicht ein. Und Thursday Island? Definitiv kein Ort, den man auf die Liste der Orte setzt, die man gesehen haben muss.
Nach dem Frühstück und Entsorgen unseres letzten Mülls an Land machen wir uns also auf den Weg Richtung Indonesien. Hansi schließt sich noch einmal per WhatsApp kurz mit den Anderen: es sind inzwischen drei weitere Schiffe geworden – zu Aldivi und Polarwind ist noch die Mirabella gekommen, Schweizer, auch wenn ihr Schiff unter britischer Flagge fährt. Haben auch zwei Mädels und die gleiche Route mit dem ähnlichen Zeitplan, wie wir Reinke-Schiffe. Mirabella und Polarwind machen sich heute auch auf den Weg, aber von Port Moresby aus, sind also etwa zwei Tage hinter uns, Aldivi etwa einen Tag, da sie uns heute Abend schrieben, dass sie in der Torresstraße über Nacht ankern und erst morgen früh dann weiter fahren.

Und spült es regelrecht aus dem Pazifik raus in die Arafura-See: die Logge zeigt gemächliche 5 Knoten Fahrt durchs Wasser an, das GPS jedoch geht auf bis zu 10 Knoten Fahrt über Grund hoch. Huuuuuiiiii. Bald haben wir die letzten Inseln hinter uns gelassen und haben freie Fahrt. Heute noch haben wir guten Wind, schon morgen soll der Wind leider weniger werden, weniger und immer weniger.
Ob wir nach Kupang oder Lombok gehen ist auch jetzt noch nicht final entschieden. Wir warten auf Rückmeldung der Marina in Lombok, ob das dann dort mit dem Einklarieren klappt. Sonst werden wir uns in Kupang selbst daran versuchen (müssen).

8. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Thursday Island

       

Es pfeift immer noch, selbst am Ankerplatz haben wir 20-25 Knoten Wind, aber geschützt vor Schwell liegen wir recht ruhig vor Horn Island. Am Morgen wollen wir im Horn Island Supermarkt frisches Brot holen. Brot? Haben wir nicht. Toast gibt es noch vier Packungen, zwei davon frisch, zwei tiefgekühlt. Willkommen im Außenbezirk von Australien. Mit Australien hat es die Sprache und die Behörden gemeinsam, der Rest ist es nicht. Ok, die Betonnung, alles gut kartiert. Vom Landungssteg fährt morgens eine kleine Fähre mit Schulkindern nach Thursday Island. Das also ist Horn Island.
Die Strömung an unserem Liegeplatz ist auch erstaunlich: bis zu 0,6 Knoten zeigt unsere Logge am Anker liegend.
Wir wollen noch Thursday Island sehen, am morgen schaut es auch noch ruhig aus auf der anderen Seite der Bucht. Als wir uns mit der Alkyone rüber verlegen merken wir, dass es doch auch dort gut pfeift. Unsere Waschmaschine hat mal wieder die ganze Bettwäsche drin und bei dem Wind trauen wir uns dann nicht sie draußen aufzuhängen. Also darf der neue Generator zeigen, was er so im Dauereinsatz drauf hat. Und der Wäschetrockner leistet auch gute Dienste. Am Abend ist dann die erste Wartung des Generators fällig – er hat schon wieder 35 Betriebsstunden drauf.
In Thursday Island gehen wir noch einmal einkaufen. Das Angebot ist deutlich besser als in Horn Island aber haut einen auch nicht vom Sockel. Beim Metzger hingegen bekommen wir bestes Fleisch, das am Abend auch gegrillt wurde. Traumhaftes Steak zu einem erstaunlichen Preis. Schade, dass wir nicht mehr Platz im Gefrierschrank haben.
Damit wir morgen weiter nach Indonesien fahren können müssen wir noch ausklarieren. Die lokale Cumstoms möchte uns persönlich alle sehen. Also eine feuchte Dingifahrt für alle. Ein sehr netter Abschied von Australien: selten so nette Beamte getroffen. Und für die Kinder überreichen sie uns am Schluss noch eine Stofftasche mit Werbematerial der Australian Border Watch: Käppis, Rugby Ball, Trinkflasche und für Lena ein kleines Schiff und ein Flugzeug der Border Watch.
Morgen also geht es wieder auf eine lange Offshore-Strecke: unser Ziel ist entweder Kupang oder Lombok.


7. Oktober 2019 / Alkyone / kommentieren

Durch die Torres Straße nach Thursday Island

       

Wie erhofft hielt der Anker bis zu unserem geplantem Ablegen um zwei Uhr morgens. So waren wir pünktlich in der Enge zwischen dem australischen Festland und Albany Island. Weit ist das Fahrwasser hier nicht, auch nicht bedenklich eng, aber da das ganze Wasser, was so an Australiens Ostküste ums Eck kommt, da durch kann bzw. muss. Zeitlich passte es perfekt – wir hatten bis zu 2 ½ Knoten Gegenströmung, 7-8 Beaufort Wind von hinten.
Anschließend ging es noch weiter bis zu Thursday Island bzw. der gegenüber liegenden Horn Island. Wir beschlossen bei letzterer zu ankern, dort ist es um Vieles ruhiger.
Es ist schon beeindruckend hier nur Land voraus zu sehen und sich zu überlegen, wo man denn da durch kann. Wie müssen sich die Entdecker gefühlt haben, als sie da rein fuhren ohne zu wissen was sie erwartet.
Aldivi ist heute von Port Moresby Richtung Indonesien gestartet. Etwa 300 Meilen sind es bis zu uns – alles was in den Indischen Ozean bzw. in den Süden Indonesiens möchte muss fast hier bei uns vorbei. Wir werden übermorgen auch weiterfahren, also etwas vor ihnen sein.