16. Januar 2020 / Alkyone / n/a

Ausklarieren aus Indonesien

       

Klingt komisch, ist aber so…
Wir kommen aus Thailand, halten am nördlichsten Punkt Indonesiens um unser Schiff aus Indonesien auszuklarieren. Wie schon erwähnt konnten wir das damals in Belitung nicht, als wir unsere Stempel für unsere Pässe holten. In Singapur zeigten wir als Papiere des letzten Hafens die von Thursday Island her und niemand hinterfragte, warum wir so lange brauchten. Nun wollen wir aber der Alkyone nicht den Weg nochmals nach Indonesien zu kommen verbauen.

Um neun Uhr morgens kommen wir im Hafen von Sabang an und gehen an eine Mooring. Alles scheint schön ordentlich und gepflegt. Hansi fährt mit dem Dingi an Land. Nur aus dem Zoll ausklarieren geht nicht, so einfach ist das alles dann leider doch nicht. Aber sie sind alle sehr höflich und kooperativ. Wir müssen einklarieren und gleich wieder ausklarieren. Es kommt erst die Quarantäne an Bord, erkundigt sich nach unserm Gesundheitszustand, frägt nach abgelaufenen Medikamenten und ebensolchen Lebensmitteln. Alkohol? Boi, einer der Herren schaut sehnsüchtig jede Flasche an. Beim Bier sagt er: „I love beer!“ Ob er eines möchte – ja, so gerne, wenn wir was verschmerzen könnten. Es gibt hier keinen Alkohol, nur im Resort für die Touristen. Sie sind Moslem, er sei auch ein guter Moslem, auch wenn er Bier liebt. Wir bieten ihm Dose um Dose an. Bei sechs Dosen sagt er Stopp: mehr passt nicht in seine Tasche und es darf ja niemand mitbekommen. Er ist so glücklich, so überglücklich! Er braucht Fotos mit uns und posiert mehrmals. Auch der Kollege braucht Fotos.

Die Immigration kommt zu dritt an Bord, Customs nochmal zwei. Hansi kann anschließend die fertigen Papiere abholen. Mission erfolgreich!

Mit unserer Kreditkarte müssen wir mindestens 50€ abheben, das hier loszuwerden ist schwierig, aber nicht unmöglich. Wir müssen den selbsternannten Agenten bezahlen, über umgerechnet etwa 6€ freut er sich sichtlich. Er ist Chinese, schläft wohl am Hafen, lebt sicher bis zum nächsten Schiff von diesem Geld.

Wir gehen am Abend Essen, angeblich ist es dort eher teuer, aber mit Getränken kommen wir nicht über umgerechnet 10€. Das Nasi Goreng sei gar nicht „spicy“, wir möchten nicht wissen, was dann scharf ist. Aber es schmeckte sehr gut. Gerne hätten wir nochmal eine Runde frisch gepresste Säfte gehabt, aber stattdessen wurden wir gebeten zu zahlen. Alle Gäste gingen, dasLicht ging aus. Es war noch nicht mal 7 Uhr. Als wir noch einkaufen gehen wollten erkannten wir: es ist Zeit zum Gebet. Der Gemüseladen war auch zu. So kaufen wir nur noch ein was es gerade beim Chinesen gab: Toastbrot, Kekse, Nutella.
Als wir wieder an Bord waren erwachte die Stadt wieder, das Restaurant war erleuchtet, der Muezzin schwieg. Wir machen uns auf den Weg weiter nach Sri Lanka. Mirabella haben wir nun eine Chance gegeben aufzuholen, Aldivi ist heute aufgebrochen. 910 Meilen liegen vor uns.


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