7. April 2020 / Jutta / n/a

Erste Hälfte Suezkanal

       

Pünktlichst um fünf Uhr am Morgen höre ich am Heck „Doktor, Doktor“. Kirkr weckt uns wie versprochen bevor er den Adviser auf unser Boot bringt. Gähn.
Der Adviser spricht so gut wie kein Englisch und die wenigen Worte, die er vermeintlich auf Englisch sagt können wir nicht verstehen. Thank you und yes gehen. Irgendwann lenkt er dann selber. Seine Anweisungen verstehen wir nicht. Aber es ist immer einer von uns daneben. Bei Erics Passage lief nicht alles glatt, das war uns eine Warnung. Wir werden von einigen richtig großen Containerschiffen überholt, richtig großen Schiffen. Der Suezkanal hat keine Schleusen. Viele kleine Fischerboote fahren umher. Gegen Mittag kommen wir trotz lange Gegenstrom in Ismailia an. Etwa 600$ hat uns die Passage gekostet, aber schon inklusive dem zweiten Teil.

Saukalt war es. Trotz seinem Antarktis-Windbreaker und seinen Segelstiefeln friert Hansi. Herbert hat auch alles an warmen Klamotten an, was er dabei hat. Bald müssen wir die Heizung anschmeißen?

Wegen Corona tragen alle einen Mundschutz, der Adviser sogar noch Handschuhe. Auch in Ismailia sind wir erst einmal vorsichtig. Aber alle Yachten sind schon länger als 14 Tage unterwegs. Klar besteht das kleine Restrisiko, dass einer der Adviser etwas mitgebracht hat.

Aber es ist schön zum ersten Mal seit Galle wieder an einer Pier zu liegen und an Land zu gehen. Ist ein richtig großer Bereich hier im Suez Canal Authority Sailing Club, wo man rumlaufen kann. Gehört der Kanalgesellschaft und daher sind sie bezüglich Schiffen nicht vom Lockdown betroffen. Sechs weitere Fahrtensegler liegen derzeit hier. Wasser und Strom sind für 30$ pro Nacht inklusive. Mehr wollen wir gerade nicht. Wir überlegen natürlich wie es weitergehen kann und wird. Wie Herbert irgendwann nach Hause kommt haben wir auch noch nicht geklärt.

Zum Abendessen kommt Eric wieder zu uns. Er hatte nicht geplant Einhand zu segeln und vermisst Gesellschaft. Wir freuen uns immer ihn hier zu haben. Leider sind wir die einzigen unserer Fünfergruppe hier. Aldivi will im Süden abwarten bis sich die ganze Corona-Situation entspannt hat, von Polarwind haben wir seit ihrer Abreise in Dschibuti nichts mehr gehört.

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