18. April 2020 / Jutta / n/a

Ruhetag vor Kreta

       

Einen ganzen Tag Ruhepause. Oder auch Zeit neue Pläne zu schmieden. Jeden Tag Pläne schmieden. Jeden Tag neue Pläne. Wie wird das Wetter? Das ist ja bei uns Seglern immer eine sehr entscheidende Frage. Aber im Moment kommt die Unsicherheit hinzu wie die verschiedenen Länder und Orte mit dem Coronavirus umgehen. Wo können wir Herbert absetzen?

Gestern war noch Bari als eventuelles Ziel angepeilt, heute haben wir auch noch Brindisi als weitere Möglichkeit ins Auge gefasst. Zunächst werden wir gegen Nordwesten fahren. Aber es sieht so aus, als ob es für Herbert kaum möglich ist von Griechenland nach Hause zu kommen. Wir sind zwar nun in Griechenland, in der EU. Jedoch sind wir immer noch nicht einklariert. Wir können das auch nicht. Wir dürfen Sicherheitsstopps machen und uns versorgen lassen. Das Recht ist klar definiert. Aber die Verbindungen von den Inseln nach München laufen zunächst immer über Athen und von Athen aus wird Deutschland nicht angeflogen. Zürich zum Beispiel ginge, aber von dort kommt man dann auch nur über Frankfurt nach München. Und jeder Stopp beinhaltet das Risiko, dass Herbert nicht weiterkommt. Von Italien aus wäre es zumindest nur die Alitalia, die ihn befördert und nicht 2-4 unterschiedliche Airlines. Aber wir haben die Flüge die letzten Tage beobachtet. Wenn Herbert von Bari nach Rom kommt heißt es noch lange nicht, dass der Weiterflug nach München auch fliegt. Naja, es wird sicher jeden Tag besser werden.

Bei der stürmischen Nacht vorgestern hatten wir wirklich Glück und es war eindeutig die beste Entscheidung weiter zu fahren. Ein anderes Segelschiff, das wir aus Ismailia kennen, hat es voll erwischt. Ihre Windanzeige zeigte zwischendurch 62 Knoten an. Ihr Großsegel hat sich selbst geborgen als der Lümmelbeschlag brach. Sie ankerten dann wohl dort, wo wir bei unserer Ankunft auch geankert hatten. Aber ihr Anker brach los. Per Funk wurde ihnen dann geraten eine etwas östlicher liegende geschütztere Bucht aufzusuchen. Nun haben sie noch 30 Liter Diesel und zunächst hieß es, wie bei uns, dass sie in Iepetra nicht betankt werden könnten. Ein anderes Schiff, das wir auch aus Ismailia kennen, wurde jedoch gestern dort betankt. Geht doch! Rechtlich müssen sie ja versorgt werden, denn so können sie nirgendwo hin fahren.

Am Morgen war es an unserem Ankerplatz vor Agia Gallini noch windstill, im Laufe des Tages frischte der Wind dann auf uns unser Ankerplatz wurde wieder ähnlich ungemütlich wie teils in Galapagos. Wir hüpften auf den Wellen und diese klatschten hinten unters Heck. An Erics Kat sahen wir es noch stärker, aber beim Abendessen spürten wir es auch sehr deutlich.

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