19. April 2020 / Jutta / n/a

Weiter Richtung Nordwesten

       

Am späten Vormittag motorten wir los in Richtung Nordwesten. Ziel? Prevesa oder doch Brindisi oder Bari? Oder Sizilien? Selten waren wir so ziellos.
Die Maßnahme zur Bekämpfung des Corona-Virus in Griechenland wurde bis Mitte Mai verlängert. Griechisch können wir ja nicht, Hansi kann wenigstens die Buchstaben lesen. Aber übersetzen kann er die Neugriechischen Texte nicht. Google is your friend. Ähnlich, wie am Anfang unserer Reise, hat auch diesmal wieder der übersetzte Text ein Grinsen verursacht. Damals schrieb die holländische Familie über ihren Besuch in Santiago de Compostela und in der Übersetzung lasen wir: „die Kathedrale war voller Bomben“. Diesmal war es „Schutz vor der neuen Krönung-Gesetzgebung“.

Eric hat sich uns weiter angeschlossen und so motoren wir mit ein paar Meilen Abstand in Richtung Italien. Eigentlich wäre Hansi lieber auf die Werft in Prevesa, aber da können wir immer noch hin, sobald die Maßnahmen zurückgefahren werden. Einige andere Schiffe stecken noch im Roten Meer fest bzw. trauen sich bei der aktuellen Ungewissheit noch nicht weiter zu fahren. Denn diejenigen, die wie wir im Mittelmeer unterwegs sind, eiern auch etwas ziellos durch die Gegend.

Wenn wir aber die Nachrichten und Neuigkeiten von zuhause verfolgen, so müssen wir doch feststellen, dass es uns gar nicht so schlecht geht. Wir leben ja sozusagen in dauernder Quarantäne. Und dennoch können wir uns gefahrlos mit Eric beispielsweise treffen. So viel „soziale Isolation“ wie wir hier haben kann man in Deutschland kaum aufrecht erhalten.

Keine Kommentare möglich