2. März 2020 / Alkyone / n/a

Uligan – Dschibuti 10. Seetag

       

Der Wind von gestern Abend hielt bis zum Vormittag. Ich bin schuld, dass er weg ist: ich hab den Generator irgendwann gestartet um Wasser zu kochen. Erst hab ich noch länger gezögert, da der Wind schon schwach war und wir eh irgendwann die Maschinen anmachen müssten. Dann wollte ich nicht länger warten und prompt war dann der Wind ganz weg. Seither motoren wir. Deprimierend.

Es wird kälter. In Sri Lanka und Uligan waren wir schon beim Nichts-tun schweißgebadet. Nachts lagen wir schwitzend unter den Lüftern in den Kojen. Eine Decke? Bloß nicht! Das Wasser hatte 30 Grad, die Luft auch nachts noch um die 30. Nun ist es kühler geworden. Am Morgen zeigt das Thermometer im Schiff 25 Grad an und auch tagsüber wird es draußen nicht viel wärmer. Wir sind so an die hohen Temperaturen gewöhnt, dass wir nachts unsere Decken schätzen und Lena im Cockpit beim Mittagsschlaf ebenfalls. Selbst Herbert empfindet es als angenehm kühl. Zuhause leide er schon bei mehr als 18 Grad im Schlafzimmer. Alles eine Sache der Gewöhnung.

Lange Strecken sind auch die Kinder inzwischen gewöhnt. Bei unserer Fahrt Transatlantik war es jeden Tag ein Thema wie weit wir schon sind, wann ist Bergfest, wie lange noch. Nun ist es irgendwie kein Thema. Wir hatten ursprünglich mit 12-13 Tagen für die Fahrt nach Dschibuti gerechnet. Dass es nun tatsächlich 14 Tage werden haben sie nicht mal registriert. Auch als der Plotter nach unserem Problem mit der Logge gar keine Restzeit anzeigte bemerkten sie nicht. Es wird in den Tag hinein gelebt. Zudem ist es sicher ein Punkt, dass wir die ersten der drei Familien in Dschibuti sein werden. Aldivi kommt zwei Tage nach uns, ob wir Polarwind dort noch treffen ist fraglich.

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