17. Juni 2019 / Alkyone / n/a

Getrennte Wege

       

Nach fünf Tagen in Hao brachen wir heute Mittag nach Raroia auf, Sago und Makore II nach Amano, gleich neben Hao. So haben sich unsere Wege wieder getrennt. Makore II erwartet auf den Marquesas Pauls Vater Anfang Juli, Sago hoffen wir spätestens in Tahiti nochmal zu treffen.
Zum großen Abschied gab es sogar ein Gruppenfoto unseres einzigartigen Verbundes. Gelehrt haben wir die anderen Schiffe sicher nicht, dass es absolut kein Problem ist längsseits nebeneinander zu liegen, vor allem sicher nicht die ach so erfahrenen Fahrtensegler, die hier liegen. Sie leben zwar teils schon Jahre auf dem Schiff, von segeln haben sie dennoch teils wenig Ahnung. Manche sind schon vom Califonien bis hierhergekommen, in 3 Jahren. Die werden wir alle drei nicht vermissen, haben wir gemeinsam festgestellt.

Nach unserem Gruppenfoto kam noch eine alte Frau, die gleich neben dem Hafen wohnt mit einer Plastiktüte daher und verteilte an alle Frauen und Mädels Perlen, ausgemusterte Perlen, die die unterschiedlichsten „Fehler“ aufweisen. Tobias hat das Gesicht verzogen, als die Frau ihn umarmte und auf die Backen küsste.
Dann ging sie zurück zu ihrem Haus und brachte einen großen alten Reissack gefüllt mit Kokosnüssen. Und als alle verteilt waren musste Hansi mit den Kindern mitgehen und noch weitere Nüsse holen. Von einer anderen Frau hatten die Kinder schon früher schöne Muscheln geschenkt bekommen.

Am Vormittag haben wir noch einmal eingekauft, zumindest es versucht. Dosen waren in den Geschäften aufgefüllt worden, es gab dort dann auch teils Gemüse vom Versorgungsschiffs von gestern zu kaufen. Einen Kopf Weißkraut und Gurken konnten wir ergattern, Wurst und Käse gab es nichts Neues. Beim Auslaufen sahen wir allerdings ein weiteres großes Schiff einlaufen, wahrscheinlich kam mit dem dann weiteres Frischzeug. Wir werden auch so nicht verhungern.

Maria kam dann an Bord, die mit uns wahrscheinlich bis Tahiti fährt. Hoffen wir mal, dass sie es so lange hier aushält. Hansi hatte sie gefragt, ob sie seekrank wird, sie meinte eher nicht – bisher. Sie ist ab den Kanaren gesegelt auf den verschiedensten Schiffen. Transatlantik auf einem damals neuen Lagoon-Kat, der nach Martinique für Charter überführt wurde, ab Panama auf der Amel Maxime mit einem ein paar Monate älterem Kind, als Lena. Und von Gambier nach Hao wieder mit einem Kat. Sie möchte schnell nach Tahiti, wo sie schon zum Weitersegeln verabredet ist. Allerdings war sie gestern beeindruckt, dass wir bei 6-7 Beaufort rausgingen, bei einer leider sehr unangenehmen kurzen 2,5m hohen Windsee. Sie wurde auch prompt seekrank und hat nur noch geschlafen und auch beim Abendessen kaum was runterbekommen. Trotz dann einer Portion Vomex. Sie sei noch nie bei so rauen Bedingungen gesegelt und war erstaunt, dass hier selbst dann noch gekocht wird… Allerdings Hansis Verdienst, da es den Rest der Crew nach dem Liegen in dem extrem ruhigen Hafen auch nicht sonderlich gut ging.

Morgen gegen Mittag werden wir in Raroia sein. Vielleicht ist sogar die Olena dort, sie hatten mal gemailt, dass sie dort hin wollen, nur den Zeitplan wissen wir nicht.

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