9. März 2020 / Jutta / n/a

Enfant Terrible du Port

       

Seit gestern darf Herbert also nicht mehr von Bord des Schiffes wegen seiner fehlenden Gelbfieberimpfung. Die Coastguard hat sich nicht mehr gemeldet wegen der Impfmöglichkeit in der Klinik. Hansi fährt von einem Ort zum nächsten. Hafenamt, Coastguard, Fischerhafen, Stadt. Lena hat ja auch keine Impfung, aber das Argument, dass sie mit unter zwei Jahren noch keine Impfung bräuchte hatte der „Arzt“ ja geschluckt. Sie dürfte an Land.

Schließlich radelt Hansi am Nachmittag selbst in das nicht weit entfernte Krankenhaus. Dort erhält er innerhalb weniger Minuten sogar auf Englisch die Auskunft, dass erstens keine Gelbfieberimpfung notwendig ist für Dschibuti – wissen wir schon, hilft uns aber nichts – zweitens sie das schon machen könnten, aber das wahrscheinlich nur auf nationaler Basis anerkannt würde. Warum er nicht zur Nationalen Impfstelle von Dschibuti gehe. Gesagt, getan. Natürlich impfen sie Herbert und Lena. Kostet 3000DFR, umgerechnet 15€. Wie war das mit den 200$, die der Hafenarzt möchte? Von ihm wollen wir uns auch abgesehen vom Preis nicht impfen lassen. Morgen früh werden wir die beiden in der Impfstelle impfen lassen, dann ist das Thema hier durch und auch für die Einreise nach Ägypten sind wir auf der absolut sicheren Seite – von Seiten der Gelbfieberimpfung her, was die sich dann wieder einfallen lassen werden wir sehen.

Zwei weitere Schiffe kamen an, unter anderem ein australischer Einhandsegler. Der „Arzt“ kommt heute komplett vermummt an, komplett in weißem Schutzanzug. Bei dem Australier vergisst er ganz nach der Gelbfieberimpfung zu fragen. Komisch. Wahrscheinlich traut er sich jetzt nicht mehr.
Die Gebühren von dem Agenten sind auch sehr variabel. Bei uns wollte auch er 200$ für das Organisieren des Arztes und weitere Gefälligkeiten. Bei anderen waren es dann mal 50$, mal 20$. Wir wehren uns und sagen, dass das so nicht sein kann und ignorieren seine Dienste und Forderungen.

Auch mit unserem Dingi haben wir Probleme, wo wir an Land gehen sollen. Erst hieß es, dass die Segler natürlich bei der Coastguard ihre Dingis lassen können. So wurde das schon eine Ewigkeit lang gemacht, aber jetzt gehe das nicht mehr. Wir müssten beim Fischerhafen unser Dingi lassen. Das hatten sie gestern schon Hansi gesagt. Aber dafür möchten sie eine Gebühr in Höhe von 30$, ja, Dollar, pro Tag. So ließ sich Hansi immer von Tobias hin und her fahren. Heute Nachmittag wurde er dann ins Büro des Chefs des Fischerhafen zitiert. Er müsse zahlen und dürfe nirgends anders anlegen. Hansi weigert sich. Als sie mit dem Dingi den Hafen verlassen wollen werden sie von einem Mitarbeiter des Fischereihafens abgedrängt und flüchten. Nun schauen wir mal wie wir ab morgen an Land kommen.

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