11. März 2020 / Jutta / n/a

Versorgung in Dschibuti

       

Gestern hatte Aldivi uns gesagt, dass sie ganz dringend Diesel brauchen, noch bevor sie mit uns Cruisen gehen können, da sie nur noch so wenig Diesel hätten. Daher hatten wir die Versorgung mit Diesel vorgezogen und das gestern schon für heute über den „Agenten“ Mustique organisiert. Per Tankwagen sogar, nicht wie hier üblich per Kanister. Aldivi hat 1100 Liter bestellt, wir nur 800 Liter, da wir nicht wissen wann wir wieder Diesel bekommen können. In Sudan ist es zwar angeblich möglich und auch zu einem günstigeren Preis, aber auch wieder nur per Kanister. Am späten Vormittag hieß es dann heute, dass wir rüber in den Commercial Port kommen und dort längsseits gehen können um den bestellten Diesel zu nehmen. Alles dauerte natürlich wieder länger, wie geplant.

Bernadette und ich ließen uns währenddessen noch einmal von Tobias quer über die Bucht in den Fischerhafen fahren um mit Mustiques Helfer Ali Obst und Gemüse am Markt einkaufen gehen zu können. Erst hieß es, das sei nicht weit, im Taxi meinte der Fahrer dann es sei eine Fahrt von 30 Minuten. Laut Google Maps waren es dann 2,1 Kilometer und wir sind auch nur 5 Minuten gefahren. Dafür wollte er dann doch nicht die vereinbarten 500DFR, sondern hätte gerne das Doppelte gehabt. Hier üblich, aber ziemlich lästig. Am Markt war das Angebot an frischem Obst und Gemüse sehr gut und die Preise waren auch akzeptabel, etwa deutsche Preise, aber im Vergleich zum Supermarkt klasse. Und sowohl frisch als auch ungekühlt. Unangenehm waren die bettelnden Kinder, die einen auch ständig an den Klamotten zogen und Geld und Lebensmittel erbettelten. Mit einem gefüllten Geldbeutel in der Hosentasche doppelt unangenehm.

Als wir im Fischerhafen zurück waren versuchten wir die beiden Schiffe auf der anderen Seite des Hafens wieder zu kontaktieren, die erst nach einiger Zeit antworteten. Sie waren gerade fertig mit dem Tanken, Aldivi wollte noch „Nicht-Trinkwasser“ nehmen und nachdem wir fast zwei Stunden im Hafen warteten wurden wir dann doch noch einmal per Dinghi quer über den Hafen abgeholt. Der frische Koriander in unseren Einkaufstaschen, den uns die Verkäuferin schenkte, ließ schon die Köpfe hängen. Problem war wohl, dass Aldivi sich mit dem Bedarf an Diesel gehörig verschätzt hatte. Sie haben gerade mal 600 der 1100 Liter in die Tanks gebracht. Hansi nahm dann weitere 250 Liter ab, der Rest musste dann in Kanister abgefüllt werden, die Mustique erst noch besorgen musste. Wir sind jetzt bis oben hin voll und brauchen uns erst einmal keine Gedanken um die Dieselversorgung machen.

Bereits als Tobias uns wieder abholte hieß es, dass der Fischerhafen geschlossen sei. Hansi fuhr noch einmal an Land zum Einkaufen und um das Cruisingpermit abzuholen und legte im Fischerhafen an. Die Coast Guard und der Fischerhafen haben diskutiert und rumgetan. Was nun final Sache ist wissen wir nicht. Wir gehen jetzt erst einmal zum Cruisen.

Mustique kam bei Dunkelheit noch einmal vorbei und wollte weitere 200$ für seinen Service jeweils von uns und von Aldivi. Gestern hatten wir ihn direkt nach seiner Gebühr für das Tanken gefragt, da sagte er noch, das sei im Dieselpreis enthalten. Wir boten ihm 50$ an, die er verweigerte. Alejandro hat auch argumentiert, dass er das ein faires Angebot fände, wenn er die 200$ zahle, da er ja schließlich so viel mehr Arbeit verursacht habe und die 50$ für uns dann ok wären. Wir sind am Montag wieder da. Mal sehen was sich bis dahin tut. Aldivi bleibt jetzt doch hier im Hafen, da sie noch einiges organisieren müssen. Unter anderem müssen sie auch noch zur Gelbfieberimpfung gehen, da sie ja keine haben und das Stress in Ägypten vermeiden wird.





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