27. März 2020 / Alkyone / n/a

Zwischenstopp am Abu Galawa Reef

       

Alles nicht so einfach mit diesem blöden Virus. Gestern hat uns Alejandro gefragt, ob man eigentlich ein Visum für Ägypten braucht – früh dran, dachten wir noch. Aber da er deshalb den Agenten in Port Ghalib anmailte erfuhren wir dann über ihn, dass Port Ghalib seit gestern Abend für neue Yachten geschlossen ist. Port Ghalib ist privat und alle nicht staatlichen Marinas wurden ab gestern geschlossen. Nächster Hafen wäre Hurghada, aber da schwirren Gerüchte über irre Preise im Netz herum (wir sprechen hier von $1000 Gebühren) und das wollen wir nicht testen. Wir haben genug Vorräte um langsam bis nach Suez hoch zu segeln und die Zeiten mit Nordwind hinter irgendwelchen Riffen zu verbringen. Tauchen können wir sicher auch sehr gut zumal wir an den Tauchplätzen allein sein dürften. Kommerzielle Tauchschiffe dürfen ja nicht mehr raus 🙂 Falls Oddity wirklich der Diesel ausgeht könnten wir noch einmal 80 Liter ohne Probleme opfern, das einzige Problem könnte Eric sein, der für seine beiden Außenborder, mit denen der Kat angetrieben wird, ja Benzin braucht. Aber Eric segelt sehr gut und wir haben ja Zeit. Für Herbert war es Glück im Unglück, dass sein Flug ab Marsa Alam storniert wurde. So kann er in Ruhe schauen, wie der dann von Kairo (ab Suez) aus nach Deutschland fliegen kann.

Noch ist der Suezkanal offen, noch werden Yachten durchgelassen. Der Panamakanal hat die Passage für Yachten ausgesetzt. Ein Segelschiff ist gerade erst durch den Suezkanal gefahren und jetzt auf dem Weg nach Zypern. Das werden wir dann wahrscheinlich auch so machen, wenn sich die Lage nicht ändert. Israel macht wenig Sinn, wenn wir dort erst 14 Tage Quarantäne an Bord abwarten müssen um dann wegen der Ausgangssperre auch nichts machen zu können. Wenn sich die Lage nicht ändert könnten wir uns nicht mal mit der Familie Brogmann treffen. Sehenswürdigkeiten werden sicher das letzte sein, das wieder auf macht. Wir hatten uns so auf Ägypten und Israel gefreut 🙁

Wir kamen sehr gut voran und sind das Stück bis zu unserem Ankerplatz am Abu Galawa Reef fast nur gesegelt. Wir müssen ja unseren Diesel sparen. Wieder liegen wir fünf Yachten zusammen. Ein witziger Platz, wenn man rundum schaut meint man, dass wir mitten im offenen Meer ankern. Um uns herum ist Riff – keiner kann uns überfahren, die Wellen brechen sich. Und doch sieht man weit und breit nichts außer Wasser.

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