Artikel zum Schlagwort "Deception Island"

6. Februar 2016 / Keine Kommentare

Nachtwache nach schönem Segeltag

04:28 Uhr: Ich habe gerade mit Markus Wache: 20kn Wind aus WSW, Autopilot nach Windsteuerung 100° zum Wind, Besegelung: Groß im 3. Reff, gereffte Sturmfock und Sturmklüver, 5,3 kn speed over ground, 025° course over ground, Wassertemperatur: 0,3°C, Außentemperatur: 5.2°C, Innentemperatur: 13°C, Luftdruck 1012,5 hPa

Hier eine kurze Einführung in das Wachsystem:
Wir fahren mit drei Wachen. Wache A: Markus und Sinje, Wache B: Herbert und Jochen, Wache C: Saar und Geli, der Kapitän hat wachfrei bzw. ist immer auf dem Sprung. Von morgens um 06:00 bis abends um 18:00 gibt es drei Wachzeiten a vier Stunden und von 18:00 bis 06:00 gibt es drei Wachzeiten a drei Stunden. Also 0600-1000, 1000-1400, 1400-1800, 1800-2100, 2100-0000, 0000-0300, 0300-0600. Dadurch haben die Wachen A, B, C immer durchwechselnd andere Wachzeiten.

Seit Ushuaia haben wir schon 1390 sm zurückgelegt, davon 400 sm unter Maschine.

Vor 85 Stunden sind wir in Deception Island losgefahren und werden voraussichtlich morgen tagsüber in Port Stanley auf Falkland ankommen. Gestern haben sich nach drei Tagen trübem Wetter schon morgens endlich die ersten Sonnenstrahlen gezeigt. Die Sonne hielt sich fast den ganzen Tag sowie auch der gute Wind und wir wurden von Albatrossen und Dunkelsturmtauchern begleitet. Saar hat sich mal wieder kulinarisch ins Zeug gelegt und uns zum späten Lunch mit Guacamole und Thunfischaufstrich zu unserem liebgewonnenen, selbstgebackenen Brot und zum Dinner mit Meatballs und Kartoffelgratin verwöhnt. So lässt sich’s leben 🙂

Eure Sinje + Crew

P. S. Irgendsoeine blonde VOLLIDIOTIN hat vor lauter Leichtsinn an diesem schönen Segeltag „versehentlich“ den kardanischen Salontisch blockiert! Wenigstens hat es nur den Saft im Schiff verteilt…. Nach der Putzaktion konnten wir dann jedoch vom Boden essen ;-P

3. Februar 2016 / Keine Kommentare

Good by Ice

Wenn sich nicht alle Wetterberichte täuschen, haben wir das Glück gehabt, den pefekten Absprungzeitpunkt zum Überqueren der Drakestrasse zu finden. Wir sind gestern abend los und motoren seither (mit einer kleinen Segelunterbrechung) auf ein Tief zu, welches gerade durch die Drake Strasse zieht. Weit genug weg um nur die Dünung und nicht auch den dazugehörigen Nordwind abzubekommen. Hinter diesem Tief bildet sich eine stabile SW Lage aus mit mäßig bis frischen Winden (5-8 Bft) die uns auf halbraumen Kurs bis nach Port Stanley (Falkland Inseln) tragen sollten. Wir haben die Antarktis zwar etwas vor der geplanten Zeit verlassen, aber die langfristigen Wetterberichte ließen uns keine Wahl. Und ehrlich gesagt haben wir genug Eisberge Pinguine und Robben gesehen und Decepcion Island ist zwar sehr beeindrucken, aber letzlich doch nur Vulkanasche und das wars dann. Die South Shetland Inseln haben uns mit Fallböen, fliegendem Wasser am Ankerplatz und Eisregen den Abschied auch nicht gerade schwer gemacht.
Viele Grüsse von der ganzen Alkyone Crew

2. Februar 2016 / Keine Kommentare

Spanische Station auf Deception Island

Nachdem wir gestern morgen um 6:30 die Bucht von Deception Island erreicht haben hat die Crew erstmal wieder etwas Schlaf nachgeholt. Das war hier sehr einfach, da der Grund hauptsächlich aus schwarzem Vulkansand besteht, in dem der Anker natürlich sehr gut hält. Dieser Sand bedeckt auch fast die ganze Insel. Wir lagen direkt vor der sehr farbenfrohen spanischen Forschungsstation, also haben wir beschlossen dort auch mal vorbei zu schauen. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Die Station ist von Dezember bis März mit momentan 13 Wissenschaftlern (im Moment aus Spanien, Portugal und Chile) und 17 Armeeangehörigen besetzt. Diese sind vor allem für den Betrieb der Station und die Sicherheit und Unterstützung der Wissenschaftler verantwortlich. Einer der Soldaten hat uns fast die ganze Station gezeigt, inklusive Schlafabteilung, Iglus, in denen die Wissenschaftler schlafen, Wohnzimmer, Kücke, Waschküche, Kühlkontainer, Werkstatt, Antennen und Sateliten und Fitnessraum. Danach wurden wir eingeladen es uns im Wohn- und Esszimmer gemütlich zu machen und vom Appetiser (der aus wirklich vorzüglichen Spanischen Tappas bestand) vor dem Lunch zu probieren. Währenddessen haben wir uns unter anderem mit dem Chef der Station und dem Stationsarzt unterhalten.
Leider ist Geli gestern im Seegang in der Pantry, nasser Boden :-(, gestürzt und hat sich den Rücken und das linke Handgelenk stark geprellt. Daher hat Hansi ein Date mit ihr und dem Arzt für nach dem Lunch ausgemacht und ich eines mit einem der sieben Biologen, der uns noch den Container mit der Tauchausrüstung und die Labore zeigen wollte. Am Lunch haben wir nicht teilgenommen, sind aber danach wieder zu fünft rüber gefahren um Gelis Arm mit einer professionellen Schiene auszustatten und die Biologie-Führung zu machen. Die Biologen tauchen fast jeden Tag, wenn das Wetter es zulässt. Die arbeiten u. a. mit Seesternen, Seeigeln, Nacktschnecken, Schwämmen, Würmern, Fischen, Krill, etc. Es werden regelmäßig gefrorene Proben nach Barcelona geschickt und dort analysiert. Wir durften einen Blick in das „Nasslabor“ werfen, wo die Lebewesen aufbewahrt werden, in das Labor, wo das Futter und andere Dinge für die wissenschafliche Arbeit mit den Organismen vorbereitet werden und auch in das Labor des Veterinärmediziners, der sich vor allem um die Gesundheit der Stationsbesatzung kümmert. Juan hat uns auch das kleine aber sehr gemütliche Iglu gezeigt, in dem er mit drei anderen Biologen für drei Monate wohnt, wenn sie nicht gerade einen mehrtägigen Ausflug mit einem Forschungsschiff zu anderen interessanten Tauchplätzen machen.

Nach diesem sehr ineressanten Ausflug haben wir die Alkyone nochmal in eine andere Bucht innerhalb Deception Island-Bucht verlegt. Hier liegen wir unter Anker und mit zwei Landleinen und haben mal wieder das leckere argentinische Rindfleisch gegrillt. Wahrscheinlich werden wir am morgen Morgen um 6:00 hier starten und dann durch die Drakestraße nach Falkland segeln. Bis dahin werden wir hier hoffenlich noch die Pinguin und Robbenkolonie besuchen.
Wir sind jetzt seit 17 Tagen auf See und haben immer noch frisches Obst und Gemüse. Und auch von allen anderen Lebensmitteln haben wir noch Vorrat. Ein paar Dinge werden langsam knapp aber das ist sehr viel später als wir gedacht hätten. Die Bunkermisson in Ushuaia war also durchaus erfolgreich.

Alles Liebe von einer motivierten und glücklichen Crew eure Kehlstreifpinguine

Heute Morgen slippte, wie sollte es anders sein, um 7:30 der Anker und es ist nun Niedrigwasser (1,6m unterm Bug). Immerhin mal wieder ohne Schollen, starteten wir die morgendliche Action und brachten noch eine dritte Landleine und einen zweiten Anker aus. Gerade weht es mit 30 kn in den Böen aber wegwehen kann uns jetzt nichts mehr.

1. Februar 2016 / Keine Kommentare

Gletscherwasser

Auch heute morgen konnte die Mehrheit der Crew ausschlafen. Der andere Teil hat Gletscherwasser gebunkert, da unserer Nachbar so freundlich war uns anzubieten seine Schlauchverbindung zu einem kleinen Tümpel mit Schmelzwasser zu benutzen. Hansi hat die Gelegenheit unseres guten Liegeplatzes genutzt und hat im Trockenanzug das Unterwasserschiff begutachtet. Er ist zu dem Schluss gekommen, dass in Piriapolis unbedingt etwas gemacht werden muss, da der Bewuchs wieder Überhand genommen hat. Jochen und Saar haben einen Ausflug mit dem Dinghi gemacht und beeindruckende Fotos u. a. von Eisberghöhlen geschossen. Um die Mittagszeit sind wir losgefahren. Im Moment segeln wir mit halbem Wind bei 20 kn. Wir werden voraussichtlich morgen früh in Deception Island ankommen. Dort können wir voraussichtlich in warmem Wasser baden, wenn wir uns am „Strand“ ein Loch graben. Ich bin sehr gespannt, ob das funktioniert.

Liebe Grüße eure Albatrosse