Artikel zum Schlagwort "Buenos Aires"

29. Februar 2016 / Keine Kommentare

Der argentinische Zoll

Der argentinische Zoll hatte leider ein Problem damit, dass wir die Alkyone in Buenos Aires „Parken“ wollten, das ginge nicht, mindestens einer der Eigner müsse an Bord bleiben. Nachdem die aber beide mal wieder was arbeiten müssen, blieb nur eines übrig: zurück nach Uruquay. Also fuhr der Skipper Hansi alleine, damit nicht alle Ihre Rückflüge umbuchen müssen, nach Colonia de Sacramento. Dort liegt nun unsere Alkyone gut vertäut an der Pier, die manchmal auch unter Wasser steht :-), und ruht sich ein wenig aus von den Strapazen der lange Reise. Seit Oktober waren das etwas mehr als 10.000 sm durch alle Klimazonen, Alkyone hat auf dieser Reise einmal mehr gezeigt was sie drauf hat und den Crews stets das Gefühl gegeben sicher zu sein.

Weiter geht es dann im Mai mit der Reise nach Brasilien und in die Karibik.

22. Februar 2016 / Keine Kommentare

Piriapolis

120 nm to go
Wind: 14 kn aus NO
COG: 295°, SOG: 6,0 kn
Wassertemperatur: 22,0°, Außentemperatur: 24,4°C, Innentemperatur: 24,8°C
Luftdruck: 1011,4 hPa
Besegelung: Groß ohne Reff, Rollklüver

Ankunft in Piriapolis um 8:45. Hans hat die Immigration geklärt und, dass er den Rumpfanstrich dort machen kann, wenn er zurück kommt, da es einen Kran gibt, der Kraft genug hat die 25-Tonnen-Alkyone in die Lüfte zu heben.
Die Crew hat die Pantry inkl. aller Vorräte aufgeklart und eine grobe Grundreinigung durchgeführt und hat sich danach einen Bummel an der Strandpromenade und am Strand durch das warme Wasser und ein Eis gegönnt.
Als spätes Mittagessen gab es um 16:30 Quiche! Ich habe schon den ganzen Törn darauf gewartet, dass es endlich Quiche gibt und ich wurde nicht enttäuscht – Saar hat mal wieder seine magischen Kochkünste bewiesen und eine 5-Sterne-Quiche gezaubert 🙂
Ablegen Piriapolis um 17:00. Dann wurde es etwas kitschig: mit Schmetterling (Groß an stb, Klüver an bb ausgebaumt) gegen die strahlende Sonne segelnd, hinter uns der Blick auf Piriapolis mit seinem langen Sandstrand und den hohen, grünen Bergen im Hintergrund, dazu „nothing else matters“ auf die Ohren und einen Weißwein mit Eiswürfeln in den Händen, Besuch von einem Seelöwen und fast hätten wir auch noch den Spi gesetzt aber das wäre dann Kitsch-Overload geworden 😀
Die Nachtwache ist sehr schön, da es endlich mal wieder was zu sehen gibt außer der weiten See (und zwar nicht nur Eisberge!). Gerade befindet sich Montevideo zu unserer rechten und strahlt uns mit seinen tausenden von Lichtern entgegen. Darüber befindet sich der (fast-) Vollmond und beleuchtet alles andere um uns herum. Das Kreuz des Südens und Orion sind wie immer auch klar zu sehen und natürlich auch alle anderen Sternenbilder, die die Südhalbkugel in diesen Breiten so zu bieten hat.
Wir werden voraussichtlich um 20:00 in Barlovento ankommen.

Die Antarktis-Falkland-Buenos Aires-Crew sendet ganz liebe Grüße

20. Februar 2016 / Keine Kommentare

Atmberaubender Sonnenuntergang

187 nm to go
Wind: 15 kn aus NO
COG: 000°, SOG: 4,0 kn
Wassertemperatur: 21,6°, Außentemperatur: 20,0°C
Luftdruck: 1015,3 hPa
Besegelung: underway using engine, Groß ohne Reff

Die kulinarische Verwöhnung lässt nicht nach:

  • Frühstück: French-Toast
  • Lunch-Snack: Melone mit Schinken + Brot und Käse
  • Dinner: Brokkolisuppe + Mousaca + Rotwein + zum Nachtisch eine sehr spezielle Fertigmischung aus Falkland inkl. Götterspeise, Vanillepudding und Streusel ala Hansi goes shopping without his glasses 😀

Anders als erwartet konnten wir die ganze Nacht segeln und mussten erst kurz vor dem Abendessen mangels Wind und wegen Windrichtung die Maschinen anwerfen. Der Himmel: strahlend blau; die Sonne: warm und freundlich; die Seevögel insbesondere Albatrosse: verlassen uns nicht; das Meer: seltsame Struktur am Abend, sieht aus wie animiert, als würde man durch eine ölige blaue Masse fahren; der Sonnenuntergang: atemberaubend, farbenfroh, intensiv; der Mond auf der anderen Seite des Großsegels: groß, rund, strahlend über dem pink, lila, blauen Horizont; der Sternenhimmel: klar und beleuchtet durch den hellen Mond.

Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl mit der Alkyone auf dem offenen Meer unterwegs zu sein. Man steht an Deck sieht sich um und außenherum ist NICHTS und doch ALLES. Mann kann nicht anders als tief einzuatmen und glücklich zu sein über… nun ja nichts und alles und alles dazwischen…….

Am Montag werden wir voraussichtlich in Piriapolis ankommen und am Mittwoch in Barlovento (Hafen bei Buenos Aires). Am Donnerstag ist Klarschiff angesagt und für Abends haben wir Heiner und Helly zum Thunfischessen eingeladen. Am Freitag um 17:00 gehen die Flüge für Markus und Hansi nach Paris.

Liebe Grüße von zufriedenen Seemännern mit vollen Bäuchen

20. Februar 2016 / Keine Kommentare

Bach auf die Ohren

Heute morgen haben sich die Forties auf den letzten Meilen noch mal mächtig ins Zeug gelegt mit 7 Bft auf den Achtersteven. Aber zum Glück kann unsere Alkyone mit sowas ja gut umgehen. Zügig gings hinauf zum 40. Breitengrad, wenn dieser Südwind nicht immer so saukalt wäre, ist auf der Südhalbkugel ebens alles anders herum 🙂

285 nm to go
Wind: 14 kn aus W
COG: 025°, SOG: 6,0 kn
Wassertemperatur: 15,3°, Außentemperatur: 16,6°C
Luftdruck: 1013,6 hPa
Besegelung: Rollklüver, Rollfock, Groß

Heute äh gestern hatten wir wieder einen guten Segeltag mit Wind von achtern. Der Seegang war daher etwas anstrengend, weil sich die Alkyone bei Wellen von hinten mal auf die eine mal auf die andere Seite legt, v. a. bei Wellen über 3m. Mann muss also ständig auf alles gefasst sein (wie sonst natürlich auch).

Kulinarisch hat sich unser Hochsee-Sternekoch Saar mal wieder ordentlich ins Zeug gelegt. Zum Frühstück gab es das berühmte Satschuka – wie immer sehr lecker. Zum Mittagskaffee einen Apple-Crumble-Kuchen und zum Dinner Thunfisch in Bierteig dazu Kartoffelgratin, Salat und zweierlei Soßen und natürlich Weißwein –> Mmmjammm!

Das Bordradio wurde auch mal wieder benutzt und die CDs abgestaubt – es gab v.a. Bach auf die Ohren.
Vor dem Abendessen haben die Seevögel (nachdem sie vorher nicht mehr so zahlreich zu sehen waren) noch zu gefühlt tausenden eine Flugshow dargelegt und im Moment scheint der Mond durch’s Fenster und wacht über uns.
Morgen werden wir versuchen eine Goldmakrele zu angeln, nachdem wir nun wieder etwas Platz im Gefrierfach frei haben 😉

Liebe Grüße von der See

19. Februar 2016 / Keine Kommentare

Mal ein ruhiger Tag

Do 18.02.2016 21:00
Position: 41°54,7’S 055°30,8’W
422 nm to go
Wind: 10 kn aus N
COG: 030°, SOG: 5,5 kn
Wassertemperatur: 16,6°, Außentemperatur: 18,0°C
Luftdruck: 1008,4 hPa
Besegelung: underway using engine, Groß im ersten Reff zur Stabilisierung

Nach dem schönen Segeltag gestern, war heute schlichtweg Flaute, wir motorten gemütlich vor uns hin, haben ein paar kleine Reparaturen durchgeführt und uns auf den Frontdurchgang morgen früh vorbereitet. Schwerwetterfock liegt gerefft (18m2) bereit, angesagt sind bis zu 40 Knoten.

Weiter schreibt jetzt Sinje:

Nach dem Frühstück habe ich die Gelegenheit genutzt bei wenig Lage mal wieder (seit Falkland) unter die Dusche zu springen. Danach wurde die kurze Hose ganz hinten aus dem Schrank gefischt, denn die werde ich jetzt wohl häufiger brauchen. Allgemein war der Dresscode für heute sehr locker, luftig und leicht.
Ich lese gerade das Buch „Der verschenkte Sieg“ von Bernard Moitessier. Moitessier segelte im Rahmen einer Einhand-Regatta von England aus mit seinem Schiff Joshua um die drei großen Kaps (Kap der guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn), doch anstatt danach in den Zielhafen zurückzukehren, um sich Ruhm und Geldpreis zu sichern, segelte er weiter bis nach Thahiti um dort seinen Frieden zu finden abseits der kaputten, modernen Welt. Es ist sehr berührend und zum Nachdenken anregend, was er schreibt und viele seiner Gefühle und Eindrücke, die er während dieser beeindruckenden, einzigartigen Reise beschreibt, kann ich während unserer „kurzen“ Reise von Falkland nach Buenos Aires sehr gut nachempfinden.

Wir senden allen fleißigen Lesern und Leserinnen ganz liebe Grüße
Ich freue mich schon darauf in Buenos Aires anzukommen, um endlich mal wieder ausführlich zu kommunizieren.
(Obwohl ich es sehr genieße nicht erreichbar zu sein, das ist schon ein ziemlicher Luxus 😉 )

14. Februar 2016 / Keine Kommentare

Weiter geht’s

Heute sind Geli, Herbert und Jochen von Bord gegangen um nach hause zu fliegen. Die Buenos Aires Crew besteht jetzt noch aus 3 Mann und einem Ehrenmann.
Allerdings müssen wir zunächst nach Uruguay, da wir internationales Zarpe der Argentinier haben, sonst hätten wir für Falkland eine spezielle Genehmigung gebraucht.
Das Routenprogramm zeigt 1018sm – das sollten wir in gut einer Woche (der Wind kommt teilweise von vorn) hinter uns gebracht haben.
Zur Verabschiedung der Antarktis Crew das Nachher-Bild.