Artikel der Kategorie "Transatlantik"

9. Juni 2017 / Hans / n/a

Zielhafen erreicht

       

Gestern um 15 Uhr waren wir fest in Roscoff, dort gibt es eine neue Marina, sehr schön, aber eben eine Marina. Zollkontrolle hat 5 Minuten gedauert, Europa hat uns wieder. Am Abend haben wir uns dann Richtung Morlaix an den Anker gelegt und die letzten Steaks gegrillt.
Heute morgen ging es dann mit dem ersten Hochwasser durch die Schleuse in den Hafen von Morlaix. Die Alkyone war zuletzt im Jahr 2010 hier, viel verändert hat sich nicht.
Das Leben hier in der Bretagne geht seinen gemütlichen Gang, wie eh und je, die Menschen sind sehr freundlich und garnicht „französisch“ 🙂
Damit geht diese Reise zu Ende, der Zielhafen ist erreicht.
Insgesamt 3450sm in 23 Fahrttagen, 90% gesegelt, viel, viel Wind.
Der Blog pausiert damit erst mal wieder.

8. Juni 2017 / Alkyone / n/a

Landfall

       

Der gestrige Tag war nochmal einer der ganze wenigen mit Sonne, 4 Windstärken und angenehmer See, also mit sogenanntem schönen Segelwetter. Heute Nacht ging es dann mit dem nächsten Tief, das sechste auf dieser Reise, weiter: frischer Wind mit 6 Bft und wieder Regen. Der Windwinkel allerdings war günstig und so rauschten wir heute den ganzen Tag mit fast 8kn Schnitt unserem Landfall in Roscoff entgegen. Seit abends geht es quer durch den wohl dichtesten Schiffsverkehr der Welt. Dank AIS (und Radar) ist das jedoch nicht mehr ganz so aufregend wie früher.
An Bord alles bestens

Hansi & Werner

6. Juni 2017 / Alkyone / n/a

Sturmfock hat sich gelohnt

       

Das neue Tief hatte es in sich. Zwar hatte der Wetterbericht es kurz zuvor noch etwas abgeschwächt um es dann letztlich doch mit 8 Windstärken wehen zu lassen und das auch noch heute, auf der Rückseite, den ganzen Tag über, da waren zunächst eigentlich nur 5 bis 6 Bft angesagt. Die See hatte sich mittlerweile auf 5 Meter aufgebaut. Jetzt läßt es bereits wieder nach und für die nächsten zwei Tage sind gutes Segelwetter angesagt und wohl auch kaum noch Regen. Das nächste Tief kommt in 4 Tagen, aber da sind wir schon in Frankreich und können das Ganze vom Hafen aus beobachten.
Damit hier nicht das Gefühl aufkommt, wir würden allzusehr leiden, ein Foto des üblichen Alkyone Fühstücks, heute Mittag gab’s dann trotz 7-8 Bft Spagetti Bolognese und abends Pizza, also schlecht geht’s uns nicht 🙂
Crew und Schiff sind wohlauf.

Hansi & Werner

4. Juni 2017 / Alkyone / n/a

Passatsegeln

       

Wir haben mal wieder die Passatsegel aufgebaut, da der Wind genau von hinten kommt. Auch die Sturmfock haben wir nochmal ausgepackt und bereit gelegt, da ein neues Tief an uns vorbeizieht und es doch auch mehr Wind werden könnte. Die letzten Wetterberichte sind jedoch einigermaßen moderat. Es sind noch 650sm bis zur Ile d’Quesant, alles läuft sehr gut, wenngleich jetzt nicht nur keine mitlaufende Strömung ist, wie es eigentlich die letzten Tage hätte sein sollen, sondern etwas Gegenströmung, was aber hier, wo wir jetzt sind, durchaus den Angaben der Monatskarten entspricht.
Nichts desto trotz, Vive la France, wir kommen.

2. Juni 2017 / Alkyone / n/a

She is flying

       

Alkyone hat die Flügel ausgebreitet (ausgebaumter Klüver) und segelt wie im Passat der Ile D’Quessant entgegen, die Restdistanz ging heute 16:00 Uhr Bordzeit unter 1000sm. Der Atlantik hat sich wieder beruhigt und endlich schien die Sonner wieder mal einen ganzen Tag. An Bord alles wohlauf, zum Abendessen gab’s Pizza.

 

31. Mai 2017 / Alkyone / n/a

Sturmtief ist durch

       

Alles gut überstanden, die Wetterprognosen sind exakt eingetroffen, wir wurden nur gestreift. Seit Mittag haben wir Rückseitenwetter und  jetzt abends beginnt die hohe Dünung (6m) der Sturmzone bei uns einzulaufen. Wir haben Kurs auf die Ile de Quessant an der Nordwestspitze Frankreichs (noch 1300 sm) abgesetzt und laufen mit über 7 Knoten Schnitt. Immer noch kein Fisch, ansonsten alles gut.

 

30. Mai 2017 / Alkyone / n/a

Der Sturm

Keine Sorge, es geht uns gut, wir sind am äußersten Rand des Tiefs und sollten dort hoffentlich keine allzu heftigen Bedingungen abbekommen. Bisher haben alle Wettervorhersagen steht akkurat gestimmt, sollte auch diesmal so sein.
Man sagt ja es sei nicht möglich den Atlantik von West nach Ost zu überqueren ohne in einen ordentlichen Sturm zu geraten. Für dieses Jahr scheint das auf alle Fälle zuzutreffen. Wer von der Karibik direkt zu den Azoren gesegelt ist, den hat es (wie fast jedes Jahr) kurz vor den Azoren erwischt, das war vor drei Tagen. Wir hatten dieses Tief (noch nicht voll entwickelt) südlich passieren lassen.
Auf unserer Route von USA nach Nordfrankreich wurden wir durch die Tiefs der letzten Woche auf die klassische Route über 42 N 50 W gezwungen. Ursprünglich war es geplant die nördlichere Großkreisroute zu segeln. Da das jetzige Sturmtief sich schon vor 4 Tagen angekündigt hat, haben wir einfach unsere Breite gehalten um ihm aus dem Weg zu gehen.
250 sm nördlich von uns (das wäre etwa auf der Grosskreisroute) beträgt die max. Windgeschwindigkeit 53 Knoten (fast 100 Stundenkilometer) und die Maximale Wellenhöhe 10,5 Meter. Wir hier haben knapp 30 Knoten Wind, das geht noch ganz gut, solche Bedingungen hat die Alkyone schon öfters gemeistert.
Viele Grüsse vom aufgewühlten Atlantik
Crew und Schiff wohlauf
Hansi & Werner

28. Mai 2017 / Alkyone / n/a

Endlich wieder wärmer

So, das Eis haben wir hinter uns, das Wasser hat seit gestern morgen wieder eine normale Temperatur (15°). Das Wetter allerdings ist nicht so optimal. Gestern fast den ganzen Regen, ab nachmittags kein Wind mehr, also motoren und nachts dann Ankunft des nächsten Tiefs mit viel Regen und spitzem Windwinkel. Heute morgen dann wurde es besser: der Wind drehte auf schräg von achtern und ein paar Stunden kam dann sogar die Sonne raus. Als Bild des Tages sollte hier eigentlich der Thunfisch zu sehen sein, den Werner heute am Haken hatte, aber leider hat er es in letzter Sekunde geschafft sich der Bratpfanne zu entziehen und ist vom Haken gehüpft.
Ansonsten gehts uns gut, Crew und Schiff wohlauf

Hansi & Werner

26. Mai 2017 / Alkyone / n/a

Eis

       

Eis haben wir bisher zwar keines gesehen, aber das Wasser hat nur noch 1° darum haben wir heute beschlossen Eiswache zu gehen bis das Wasser wieder wärmer wird, das sollte so morgen abend der Fall sein. Die Eiswache gehen wir allerdings unter Decke vor dem Bildschirm der Infrarot-Kamera. Der gestrige Tag mit der Ankunft des Tiefs verlief recht gut, der Wind ging nicht höher als 7 Bft (in Böen) allerdings war die See sehr ruppig. Die Nacht auf heute war dann komplett ruhig, der Tiefkern (des Folgetiefs) zog direkt über uns, was uns eine Menge Wind (bis zu 45 kn) ersparte. Und das ganze nur indem wir 30sm nördlicher waren, die Wetterinformation sind unglaublich präzise (siehe Foto).
Außer, dass wir es kaum erwarten können, dass das Meer endlich wieder ein normale Temperatur hat, geht es uns bestens. Wir laufen zunächst weiter Kurs Ost bis wir den nördlichen Rand des Golfstroms erreicht haben und werden erst dann auf Kurs englischer Kanal gehen.
Viel Grüsse vom Südende der Grand Bank
Hansi & Werner

24. Mai 2017 / Alkyone / n/a

Sturmvorbereitung

Gestern hatten wir jetzt das erste Mal auf der Reise richtige „Nordatlantik“-Bedingungen. Wir erreichten bei frischem Wind das Gebiet in dem tags zuvor der Wind noch bei über 35 Knoten Geschwindigkeit eine hohe See mit über 7 m Wellenhöhe aufgebaut hatte. So sehr gemütlich war es nicht aber es lief dafür sehr flott, die Wellenhöhe hatte schon wieder auf knapp 4 m abgenommen.

Schon seit Tagen ist für morgen ein neues Tief angesagt, das uns für ca. einen halben Tag mit 30 kn Wind (7 Bft) eindecken könnte, je nachdem wie dessen genaue Zugbahn verläuft. So haben wir den Zwischenhocheinfluss heute mit einigen Stunden fast kompletter Windstille genutzt und Alkyone sozusagen „sturmfest“ gemacht. Der große Rollklüver wurde komplett abgebaut und auf dem Achter-Deck gestaut, die Sturmfock (eingereffte Schwerwetterfock) wurde klar gemacht usw. Gerade kam der neue Wetterbericht rein und gibt uns die Hoffnung, dass das ganze Starkwindgebiet doch südlich von uns durchzieht, mal sehen ob’s passt. Richtig übel wird dieses Tief zum Glück sowieso erst wenn es weiterzieht Richtung Azoren, da sind wir dann jedoch ein gutes Stück davon entfernt und nicht mehr betroffen.
Wir haben zu diesem Zeitpunkt bereits die 42 N 50 W, das ist der übliche Ansteuerungspunkt südlich der Grandbank vor Neufundland, passiert und setzen von dort Kurs ENE Richtung Irland ab. Es sind dann noch 1750 sm nach Europa.
Es ist nach wie vor sehr kalt, wenngleich jetzt schon zeitweise ein paar kleine Ausläufer des Golfstroms in unsere Kursbahn züngeln und die Wassertemperatur mal für einige Stunden ansteigen lassen (waren schon mal 14°, jetzt sind’s aber schon wieder nur noch 9°). So richtig wärmer (nicht warm!!) wird’s aber erst in paar Tagen.
Crew und Schiff geht es bestens

Hansi & Werner