Artikel von 29. Februar 2016

29. Februar 2016 / Alkyone / n/a

Der argentinische Zoll

Der argentinische Zoll hatte leider ein Problem damit, dass wir die Alkyone in Buenos Aires „Parken“ wollten, das ginge nicht, mindestens einer der Eigner müsse an Bord bleiben. Nachdem die aber beide mal wieder was arbeiten müssen, blieb nur eines übrig: zurück nach Uruquay. Also fuhr der Skipper Hansi alleine, damit nicht alle Ihre Rückflüge umbuchen müssen, nach Colonia de Sacramento. Dort liegt nun unsere Alkyone gut vertäut an der Pier, die manchmal auch unter Wasser steht :-), und ruht sich ein wenig aus von den Strapazen der lange Reise. Seit Oktober waren das etwas mehr als 10.000 sm durch alle Klimazonen, Alkyone hat auf dieser Reise einmal mehr gezeigt was sie drauf hat und den Crews stets das Gefühl gegeben sicher zu sein.

Weiter geht es dann im Mai mit der Reise nach Brasilien und in die Karibik.

25. Februar 2016 / Alkyone / n/a

FINISH

Südlichste Position der Reise: 65°14,8′ S 046°15,6′ W
–> Nach 31 übersegelten Breitengraden und 3257 zurückgelegten Seemeilen in 38 Tagen, davon 2200 unter Segeln ist unsere Reise von Ushuaia in die Antarktis und über Falkland und Uruguay/Piriapolis nach Buenos Aires nun leider schon zuende.

Seit dem wir den Rio de la Plata hoch segeln wurde das Wasser immer brauner und es gibt sehr viele frei schwimmende Wasserpflanzen hier, die die Häfen hier sogar dazu nötigen eine „Pflanzenschutzbarriere“ vor der Einfahrt zu installieren.
Es hat nun eine Außentemperatur von 36,7° und die Aircondition läuft.
Gestern abend haben wir Neptun mit dem guten Diplomatico-Rum dafür gedankt, dass er uns wohl behütet hat und wir alle inkl. Schiff gut am Ende dieser Reise angekommen sind.
Kurz darauf haben wir die Einfahrt zur Marina Barlovento gefunden und dort festgemacht.
Der heutige Tag wurde dazu genutzt um die Einreiseprozedur durchzuführen und um GROSSREINSCHIFF zu machen.

Liebe Grüße aus der Hitze
eure Putzkolonne

22. Februar 2016 / Alkyone / n/a

Piriapolis

120 nm to go
Wind: 14 kn aus NO
COG: 295°, SOG: 6,0 kn
Wassertemperatur: 22,0°, Außentemperatur: 24,4°C, Innentemperatur: 24,8°C
Luftdruck: 1011,4 hPa
Besegelung: Groß ohne Reff, Rollklüver

Ankunft in Piriapolis um 8:45. Hans hat die Immigration geklärt und, dass er den Rumpfanstrich dort machen kann, wenn er zurück kommt, da es einen Kran gibt, der Kraft genug hat die 25-Tonnen-Alkyone in die Lüfte zu heben.
Die Crew hat die Pantry inkl. aller Vorräte aufgeklart und eine grobe Grundreinigung durchgeführt und hat sich danach einen Bummel an der Strandpromenade und am Strand durch das warme Wasser und ein Eis gegönnt.
Als spätes Mittagessen gab es um 16:30 Quiche! Ich habe schon den ganzen Törn darauf gewartet, dass es endlich Quiche gibt und ich wurde nicht enttäuscht – Saar hat mal wieder seine magischen Kochkünste bewiesen und eine 5-Sterne-Quiche gezaubert 🙂
Ablegen Piriapolis um 17:00. Dann wurde es etwas kitschig: mit Schmetterling (Groß an stb, Klüver an bb ausgebaumt) gegen die strahlende Sonne segelnd, hinter uns der Blick auf Piriapolis mit seinem langen Sandstrand und den hohen, grünen Bergen im Hintergrund, dazu „nothing else matters“ auf die Ohren und einen Weißwein mit Eiswürfeln in den Händen, Besuch von einem Seelöwen und fast hätten wir auch noch den Spi gesetzt aber das wäre dann Kitsch-Overload geworden 😀
Die Nachtwache ist sehr schön, da es endlich mal wieder was zu sehen gibt außer der weiten See (und zwar nicht nur Eisberge!). Gerade befindet sich Montevideo zu unserer rechten und strahlt uns mit seinen tausenden von Lichtern entgegen. Darüber befindet sich der (fast-) Vollmond und beleuchtet alles andere um uns herum. Das Kreuz des Südens und Orion sind wie immer auch klar zu sehen und natürlich auch alle anderen Sternenbilder, die die Südhalbkugel in diesen Breiten so zu bieten hat.
Wir werden voraussichtlich um 20:00 in Barlovento ankommen.

Die Antarktis-Falkland-Buenos Aires-Crew sendet ganz liebe Grüße

21. Februar 2016 / Alkyone / n/a

1 Hai – 2 Fisch

       

50 nm to go Wind: 18 kn aus NO COG: 340, SOG: 6,0 kn Wassertemperatur: 21,5, Außentemperatur: 24,8C, Innentemperatur: 23,3C Luftdruck: 1014,3 hPa Besegelung: Groß im 3. Reff, Rollfock und Klüver etwas eingerollt.

Man merkt, dass wir uns den wärmeren Gefilden nähern! Tagsüber Wassertemperatur über 20°C – Auentemperatur 25°C – im Schiff über 30°C. Die Kleidung schwindet und die Eiswürfel in den Drinks werden mehr. Hansi und Saar haben kurz einen Hai neben dem Schiff beobachten können, dessen Rückenflosse sich wie im Film langsam durchs Wasser bewegt hat. Es sind zwei Fische an die Angel gegangen: wahrschienlich ein Thunfisch und ein Seebarsch. Beide waren klein genug, dass wir sie nicht ans Meer zurck gegeben haben –> DANKE Mutter Natur! Es wurden zwei nötige Duschen auf dem Achterdeck genommen, ein sonntäglicher Rotwein-Nutellakuchen gebacken und verspeist, ein Tanker verflucht, der unsinnigerweise glaubte vor unserem Bug herfahren zu müssen, in der Sonne gelegen, Sundowner getrunken und last but not least ein Teil des Thuns als Vorspeise roh mit Sojasauce und Wasabi gegessen und den Seebarsch mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zwiebeln, Knoblauch und viel Liebe vom Kapitän (Zitat: Tuna is no Fish – today we eat a real fish!) im Ofen zubereitet und mit Weißwein verzehrt. Mmmhmmm! Morgen Früh werden wir voraussichtlich in Piriapolis ankommen und dank einer Plannäderung schon abends weiter nach Barlovento fahren (ca. 170 nm). Liebe Grüße von einer verschwitzten Crew eure Atlantikhaie

P.S.: gerade einen Adrenalinschub beim öffnen des Gefrierfaches gehabt, um Eiswürfel rauszuholen – komischer Gedanke beim Cocktails-von-der-Pantry-zum-Salontisch-transportieren und Gefrierfachöffnen Adrenalin zu spüren aber nicht, wenn ich dem Fisch in die Augen schaue, während er seinen letzten Atemzug tut und dabei pinkeln muss……. 

20. Februar 2016 / Alkyone / n/a

Atmberaubender Sonnenuntergang

       

187 nm to go
Wind: 15 kn aus NO
COG: 000°, SOG: 4,0 kn
Wassertemperatur: 21,6°, Außentemperatur: 20,0°C
Luftdruck: 1015,3 hPa
Besegelung: underway using engine, Groß ohne Reff

Die kulinarische Verwöhnung lässt nicht nach:

  • Frühstück: French-Toast
  • Lunch-Snack: Melone mit Schinken + Brot und Käse
  • Dinner: Brokkolisuppe + Mousaca + Rotwein + zum Nachtisch eine sehr spezielle Fertigmischung aus Falkland inkl. Götterspeise, Vanillepudding und Streusel ala Hansi goes shopping without his glasses 😀

Anders als erwartet konnten wir die ganze Nacht segeln und mussten erst kurz vor dem Abendessen mangels Wind und wegen Windrichtung die Maschinen anwerfen. Der Himmel: strahlend blau; die Sonne: warm und freundlich; die Seevögel insbesondere Albatrosse: verlassen uns nicht; das Meer: seltsame Struktur am Abend, sieht aus wie animiert, als würde man durch eine ölige blaue Masse fahren; der Sonnenuntergang: atemberaubend, farbenfroh, intensiv; der Mond auf der anderen Seite des Großsegels: groß, rund, strahlend über dem pink, lila, blauen Horizont; der Sternenhimmel: klar und beleuchtet durch den hellen Mond.

Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl mit der Alkyone auf dem offenen Meer unterwegs zu sein. Man steht an Deck sieht sich um und außenherum ist NICHTS und doch ALLES. Mann kann nicht anders als tief einzuatmen und glücklich zu sein über… nun ja nichts und alles und alles dazwischen…….

Am Montag werden wir voraussichtlich in Piriapolis ankommen und am Mittwoch in Barlovento (Hafen bei Buenos Aires). Am Donnerstag ist Klarschiff angesagt und für Abends haben wir Heiner und Helly zum Thunfischessen eingeladen. Am Freitag um 17:00 gehen die Flüge für Markus und Hansi nach Paris.

Liebe Grüße von zufriedenen Seemännern mit vollen Bäuchen

20. Februar 2016 / Alkyone / n/a

Bach auf die Ohren

       

Heute morgen haben sich die Forties auf den letzten Meilen noch mal mächtig ins Zeug gelegt mit 7 Bft auf den Achtersteven. Aber zum Glück kann unsere Alkyone mit sowas ja gut umgehen. Zügig gings hinauf zum 40. Breitengrad, wenn dieser Südwind nicht immer so saukalt wäre, ist auf der Südhalbkugel ebens alles anders herum 🙂

285 nm to go
Wind: 14 kn aus W
COG: 025°, SOG: 6,0 kn
Wassertemperatur: 15,3°, Außentemperatur: 16,6°C
Luftdruck: 1013,6 hPa
Besegelung: Rollklüver, Rollfock, Groß

Heute äh gestern hatten wir wieder einen guten Segeltag mit Wind von achtern. Der Seegang war daher etwas anstrengend, weil sich die Alkyone bei Wellen von hinten mal auf die eine mal auf die andere Seite legt, v. a. bei Wellen über 3m. Mann muss also ständig auf alles gefasst sein (wie sonst natürlich auch).

Kulinarisch hat sich unser Hochsee-Sternekoch Saar mal wieder ordentlich ins Zeug gelegt. Zum Frühstück gab es das berühmte Satschuka – wie immer sehr lecker. Zum Mittagskaffee einen Apple-Crumble-Kuchen und zum Dinner Thunfisch in Bierteig dazu Kartoffelgratin, Salat und zweierlei Soßen und natürlich Weißwein –> Mmmjammm!

Das Bordradio wurde auch mal wieder benutzt und die CDs abgestaubt – es gab v.a. Bach auf die Ohren.
Vor dem Abendessen haben die Seevögel (nachdem sie vorher nicht mehr so zahlreich zu sehen waren) noch zu gefühlt tausenden eine Flugshow dargelegt und im Moment scheint der Mond durch’s Fenster und wacht über uns.
Morgen werden wir versuchen eine Goldmakrele zu angeln, nachdem wir nun wieder etwas Platz im Gefrierfach frei haben 😉

Liebe Grüße von der See

19. Februar 2016 / Alkyone / n/a

Mal ein ruhiger Tag

Do 18.02.2016 21:00
Position: 41°54,7’S 055°30,8’W
422 nm to go
Wind: 10 kn aus N
COG: 030°, SOG: 5,5 kn
Wassertemperatur: 16,6°, Außentemperatur: 18,0°C
Luftdruck: 1008,4 hPa
Besegelung: underway using engine, Groß im ersten Reff zur Stabilisierung

Nach dem schönen Segeltag gestern, war heute schlichtweg Flaute, wir motorten gemütlich vor uns hin, haben ein paar kleine Reparaturen durchgeführt und uns auf den Frontdurchgang morgen früh vorbereitet. Schwerwetterfock liegt gerefft (18m2) bereit, angesagt sind bis zu 40 Knoten.

Weiter schreibt jetzt Sinje:

Nach dem Frühstück habe ich die Gelegenheit genutzt bei wenig Lage mal wieder (seit Falkland) unter die Dusche zu springen. Danach wurde die kurze Hose ganz hinten aus dem Schrank gefischt, denn die werde ich jetzt wohl häufiger brauchen. Allgemein war der Dresscode für heute sehr locker, luftig und leicht.
Ich lese gerade das Buch „Der verschenkte Sieg“ von Bernard Moitessier. Moitessier segelte im Rahmen einer Einhand-Regatta von England aus mit seinem Schiff Joshua um die drei großen Kaps (Kap der guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn), doch anstatt danach in den Zielhafen zurückzukehren, um sich Ruhm und Geldpreis zu sichern, segelte er weiter bis nach Thahiti um dort seinen Frieden zu finden abseits der kaputten, modernen Welt. Es ist sehr berührend und zum Nachdenken anregend, was er schreibt und viele seiner Gefühle und Eindrücke, die er während dieser beeindruckenden, einzigartigen Reise beschreibt, kann ich während unserer „kurzen“ Reise von Falkland nach Buenos Aires sehr gut nachempfinden.

Wir senden allen fleißigen Lesern und Leserinnen ganz liebe Grüße
Ich freue mich schon darauf in Buenos Aires anzukommen, um endlich mal wieder ausführlich zu kommunizieren.
(Obwohl ich es sehr genieße nicht erreichbar zu sein, das ist schon ein ziemlicher Luxus 😉 )

18. Februar 2016 / Alkyone / n/a

Sushi!

       
17. Februar 2016 / Alkyone / n/a

Angelerfolg!

       

555 nm to go
Wind: 10 kn aus N
COG: 000°, SOG: 6,0 kn
Wassertemperatur: 15,7°, Außentemperatur: 16,5°C
Luftdruck: 1009,4 hPa
Besegelung: underway using engine, Groß ohne Reff zur Stabilisierung

Happy Sailing pur! Wind von achtern nicht zu viel und Sonnenschein den ganzen Tag (leider hat der Wind gerade gedreht…).

Der Kapitano hat Apfelkuchen gebacken und die Angel war heute sehr erfolgreich im Einsatz: Mittags hatten wir leider einen Seevogel am Haken, der sich mit dem Flügel verfangen hat, als er den Köder inspizierte. Wir haben ihn ans schiff geholt und vom Haken befreit. Es schien als habe er keinen Schaden davon getragen. Zwei Stunden später hat sich doch tatsächlich ein 8kg schwerer Thunfisch an diesem Köder vergriffen!!! Saar hat ihn reingekurbelt und Hansi hat ihn erlöst. Es war ein ordentliches Blutbad auf dem Achterdeck. Dann haben wir ihn gewaschen, ausgenommen und in Scheiben geschnitten, das Schiff geschrubbt, uns geschrubbt, die meisten Scheiben eingefroren und aus dem Rest köstliches Sushi und Thunfischsteaks mit Kartoffelecken gemacht.
Ich bin immernoch begeistert! Wir sind der Natur sehr dankbar für dieses tolle Geschenk.
Hansi hat Heiner und Helly (meine Verwandten aus Buenos Aires, bei denen ich noch zwei Wochen bleiben werde) schon Vorgestern zum Fischessen an Bord eingeladen – gut, dass wir jetzt auch sicher einen sehr guten Fisch servieren können!

Liebe Grüße von einer höchst zufriedenen Crew (die Wettervorhersage könnte allerdings besser sein…)
eure Thunfische

17. Februar 2016 / Alkyone / n/a

Nachrichten aus der Nachtwache

662 nm to go
Wind: 9 kn aus S
COG: 320°, SOG: 4,7 kn
Wassertemperatur: 12,1°, Außentemperatur: 12,9°C
Luftdruck: 996,6 hPa
Besegelung: Rollklüver ausgebaumt, Groß im ersten Reff

Gestern hatten wir mit Wind von vorne zu kämpfen. Dauerhafte (Schräg-)Lage von über 20° macht einfach nicht so viel Spaß…
Da wird vor allem das Kochen zum Kraftakt. Alles braucht 10-mal so viel Kraft und Konzentration als wenn man dasselbe mit festem Boden unter den Füßen tun würde.
Die beiden kardanischen Tische (stehen immer senkrecht egal wie sich das Schiff gerade bewegt) sind da natürlich sehr hilfreich doch bei tückischem Seegang verabschiedet sich auch hier so einiges.
Doch die Sonne schien auch heute auf die Alkyone hinab, was sie dazu veranlasste heute Nachmittag, als die Sonne backbord achteraus (links hinter dem Schiff) stand, Regenbogen zu spucken: Wenn man die Sonne im Rücken hat und in Lee die Gischt spritzt, sieht man jedes mal einen kleinen Regenbogen 🙂
Und auch die Albatrosse begleiten uns immernoch, was uns leider etwas davon abhält zu angeln, da wir Sorge haben, dass sich ein Albatross verhängnissvollerweise an dem ausgebrachten Köder vergreift und zugrunde geht.

Mal wieder ein ganz normaler Tag auf See also…